DÜSSELDORF SOUVERÄN ZU TITEL NUMMER 29



Borussia Düsseldorf lässt dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell im Liebherr TTBL-Finale 2017 nicht den Hauch einer Chance und verteidigt die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft souverän. Die wichtige 1:0-Führung vor 2.500 Zuschauern in der Fraport Arena Frankfurt besorgt Topstar Timo Boll, der allerdings auf die Zähne beißen muss.

Timo Boll, Borussia Düsseldorf, Liebherr TTBL-Finale 2017, Fraport Arena, Frankfurt

Gegen Groth mit einiger Mühe: Timo Boll (Foto: Arras)

So eine Weltmeisterschaft im eigenen Land geht nicht spurlos an einem vorüber. Auch nicht an Timo Boll, der zugibt „am Limit“ gewesen zu sein. Die Notbremse zog allerdings nicht der WM-Viertelfinalist selbst, sondern sein Körper. Ein grippaler Infekt hatte Boll zwischen den beiden Jahreshöhepunkten zeitweise ans Bett gefesselt. „Ich habe gehofft, dass die Kraft reicht.“ Sie sollte reichen.

Zu Beginn des Auftakteinzels des Liebherr TTBL-Finales 2017 gegen Fuldas Jonathan Groth bestanden daran noch durchaus Zweifel. Der Däne erwischte einen Traumstart und gewann den ersten Satz. Nach Bolls Ausgleich hatte Groth im dritten Durchgang Satzbälle zur erneuten Führung, doch das Glück war auf Düsseldorfs Seite. Ein Kantenball, ein Netzball – schließlich ging der Satz doch noch an Boll. „Ich habe mich irgendwie reingestohlen in die Partie und wirklich Dusel gehabt“, so der 36-Jährige. Die 1:0-Führung durch den Rekordeuropameister war der Startschuss für eine Machtdemonstration, an dessen Ende ein deutlicher Sieg des Titelverteidigers stand.

Heister „super stolz“

Vor 2.500 Zuschauern in der Fraport Arena Frankfurt schlug Borussia Düsseldorf den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell am Samstagnachmittag mit 3:0 und sicherte sich damit den vierten Meistertitel in Folge – wettbewerbsübergreifend der siebte Finalerfolg gegen die Osthessen in Serie. „Ich bin super stolz auf meine Jungs“, so Borussia Trainer Danny Heister. „Timos Sieg war sicherlich etwas glücklich, aber was die beiden Schweden gezeigt haben, war beeindruckend.“

Der erste Schwede, das war Kristian Karlsson, der im zweiten Einzel des Nachmittags Fuldas Routinier Wang Xi keine Chance ließ. Mit 11:5, 11:7 und 11:5 ging die Partie glasklar an den 25-Jährigen. Ein „Sonderlob“ hatte sich jedoch in den Augen Heisters Karlssons sechs Jahre jüngerer Landsmann verdient. Nach der Pause spielte Anton Källberg, vergangenen Sommer aus Hagen gekommen, gegen Fuldas WM-Helden Ruwen Filus groß auf. „Mit 19 Jahren dem Druck in einem Finale standzuhalten, ist der Hammer“, so Heister. 3:1 für Källberg hieß es am Ende einer ganzen Serie von spektakulären Ballwechseln. „Ruwen hat den ersten Satz zu leicht verloren“, fand Fuldas Trainer Qing Yu Meng. „Danach wurde es schwer gegen Källberg, der wirklich stark war.“

Filus sieht gute Chancen

Jonathan Groth, TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, Liebherr TTBL-Finale 2017, Fraport Arena, Frankfurt

Starke Leistung, nicht belohnt: Jonathan Groth (Foto: Arras)

Filus trauerte vor allem dem knappen Auftakteinzel hinterher. „Jonathan hatte gute Chancen, uns in Führung zu bringen“, fand der 29-jährige Defensivspezialist. „Damit hätten wir Düsseldorf unter Druck setzen können. Nach so einem Dämpfer wird es dann mental schwer, besonders gegen eine Mannschaft wie Düsseldorf.“

TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle zog ein durchweg positives Fazit der Veranstaltung: „Wir haben es geschafft, uns Jahr für Jahr weiterzuentwickeln. Neben idealen Vorrausetzungen für die Sportler bieten wir auch den Zuschauern ein buntes Rahmenprogramm. Unsere Strategie, in Frankfurt zu bleiben und die Fraport Arena als festen Finalstandort zu etablieren, ist somit voll aufgegangen.“

Das Spiel in der Übersicht

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Borussia Düsseldorf 0:3
Jonathan Groth – Timo Boll 1:3 (11:9, 9:11, 10:12, 3:11)
Wang Xi – Kristian Karlsson 0:3 (5:11, 7:11, 5:11)
Ruwen Filus – Anton Källberg 1:3 (6:11, 11:7, 5:11, 9:11)