TTC RHÖNSPRUDEL FULDA-MABERZELL: DIE JUGEND SOLL ES RICHTEN



Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell steht vor einer Saison voller Unwägbarkeiten. Nach dem Abschied von Wang Xi setzt der dreimalige deutsche Vizemeister auf die Jugend. Entsprechend defensiv formulieren die Verantwortlichen die Ziele für die neue Spielzeit in der Tischtennis Bundesliga (TTBL).

Wang Xi

Nach elf Jahren in Fulda wird Wang Xi künftig für den ASV Grünwettersbach spielen. (Foto: Friedrich Haubner)

Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Fünfmal in Folge waren die Osthessen zwischen 2014 und 2018 in die Play-offs gekommen, dreimal gelang gar der Finaleinzug, zuletzt vor zwei Jahren. Heute klingt die Zielsetzung so: „Wir wollen nicht Letzter und nicht Vorletzter werden.“ Das sagt TTC-Präsident Stefan Frauenholz. Tiefstapeln ist angesagt.

Die Mannschaft nämlich steckt im Umbruch. Erstmals seit elf Jahren werden die Fuldaer ohne Wang Xi in eine Saison gehen. Der Vertrag mit dem Abwehrspieler und Publikumsliebling wurde nicht verlängert, finanzielle Gründe waren ausschlaggebend. Während Wang künftig beim ASV Grünwettersbach spielt, entschieden sich Frauenholz und Co. gegen die Verpflichtung eines Neuzugangs als Nachfolger von Wang Xi. Stattdessen soll es die Jugend richten.

Aus dem eigenen Nachwuchs in die TTBL

Bereits seit einigen Jahren bereitet der TTC Fan Bo Meng auf eine Zukunft in der TTBL vor, in der kommenden Saison soll der 18-Jährige nun die ersten Schritte in Deutschlands höchster Spielklasse machen. Fest als Nummer drei sei sein Sohn eingeplant, verrät Spielertrainer Qing Yu Meng und ergänzt: „Es ist ein toller Erfolg für den ganzen Verein, einen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bis in die Bundesliga geführt zu haben.“

In der vergangenen Saison war Fan Bo Meng fester Bestandteil des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II in der zweiten Bundesliga. Acht Einsätze sammelte er in der Hinrunde, ehe ihn eine Hüftoperation zu einer Pause zwang. Seit knapp sechs Wochen ist der Youngster zurück im Training. „Wir werden Fan Bo die nötige Zeit geben, um in der Liga anzukommen und die ersten Erfahrungen zu sammeln“, sagt der Spielertrainer und verspricht trotz des Wang-Xi-Abgangs: „Druck werden wir ihm keinen machen.“

Pucars Entwicklung soll weitergehen

Gefordert, um die von Wang Xi hinterlassene Lücke zu schließen, sind schließlich in erster Linie die arrivierten Spieler: Ruwen Filus und Tomislav Pucar. Insbesondere vom Kroaten versprechen sich die Fuldaer noch viel: „Sicherlich noch stärker“ werde Pucar in der kommenden Saison aufspielen, glaubt TTC-Präsident Frauenholz. Das zeige die Entwicklung in den vergangenen Monaten – und Pucar ist ja schließlich auch erst 23.

Ruwen Filus

Ruwen Filus ist mit 31 Jahren der Routinier im Team und soll die Mannschaft führen. (Foto: Thomas Hildebrand)

Die Formkurve zeigt in der Tat steil nach oben. Vor Jahresfrist, bei seinem Wechsel nach Fulda, stand Pucar auf Platz 84 der Weltrangliste. Inzwischen ist er auf Rang 34 geklettert. Bei der WM im Frühjahr schaltete er unter anderen Dimitrij Ovtcharov aus, bei den European Games im Sommer sicherte er sich die Bronzemedaille. „Ich denke, ich kann inzwischen gegen so ziemlich jeden Gegner aus Europa bestehen“, sagte Pucar jüngst in unserem Interview. Mit Blick auf die kommende Saison meinte er: „Auch ohne Wang Xi werden wir unser Bestes geben, um am Ende das bestmögliche Resultat einzufahren.“

Neue Geschäftsstelle, neue Mitarbeiter

Doch was ist das bestmögliche Resultat? Wenn alles perfekt laufe, das betont Spielertrainer Meng, sei natürlich auch Platz fünf oder gar vier denkbar. Erst mal aber richtet auch der 45-Jährigen den Blick nach unten und gibt mindestens Rang zehn als Ziel aus, den ersten Nichtabstiegsplatz also. Als wichtigen Faktor für Erfolg oder Misserfolg hat Meng das Doppel ausgemacht. Fünfmal musste Fulda-Maberzell in der vergangenen Saison ins Schlussdoppel, vier verschiedene Kombinationen kamen zum Einsatz, zwei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. In der kommenden Saison soll hier mehr Konstanz einkehren und möglichst noch mehr Erfolg.

Für den künftigen Erfolg des Vereins sind auch die Strukturen hinter den Kulissen ausgebaut worden. Künftig unterhält Fulda-Maberzell eine Geschäftsstelle mit regulären Öffnungszeiten. Der langjährige Spieler Mathis Wilhelm wurde zudem als Geschäftsstellenleiter eingesetzt und soll den Verein künftig weiter professionalisieren. Unterstützen wird ihn dabei eine Bundesfreiwilligendienstlerin.

 

Beitragsfoto oben: Thomas Hildebrand