TTC ZUGBRÜCKE GRENZAU IM UMBRUCH: DÉJÀ-VU IM WESTERWALD



Neue Spieler, neuer Trainer, neues Management: Nach einer durchwachsenen Saison 2019/20 in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) baut der TTC Zugbrücke Grenzau den Kader und das Team dahinter um. Ziel ist ein neuer Spirit im gesamten Verein.

Cristian Pletea

Cristian Pletea wechselt vom 1. FC Saarbrücken TT zum TTC Zugbrücke Grenzau. (Foto: Ulrich Höfer)

Schon wieder ein Umbruch. „Keine Vollbremsung“  sei die aktuelle Situation beim TTC Zugbrücke Grenzau zwar, sagt der kommissarische Vorsitzende Olaf Gstettner. Die Parallelen zu den Gegebenheiten vor einem Jahr aber sind doch augenfällig. Damals waren mit Kanak Jha und Ioannis Sgouropoulos zwei neue Spieler gekommen sowie mit Chris Pfeiffer ein neuer Trainer. Dieses Mal fällt die Fluktuation sogar noch ein wenig größer aus: Mit drei neuen Spielern, erneut einem neuen Trainer und zudem neuem Personal im Management geht der Traditionsklub aus dem Brexbachtal in die kommende Saison der Tischtennis Bundesliga (TTBL), die am 1. Juli offiziell beginnt. Für Grenzau wird es die übrigens 38. TTBL-Saison in Serie.

Die Veränderung beginnt dabei ganz oben in der Vereinshierarchie. Die Geschicke in Grenzau nämlich lenkt seit März Olaf Gstettner, der das Amt des Vorsitzenden von Frank Knopf übernommen hat und zunächst kommissarisch tätig ist. Knopf hatte das Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. Bei der kommenden Mitgliederversammlung will sich Gstettner – übrigens Sohn des Vereinsgründers Manfred Gstettner – als Vorsitzender bestätigen lassen. Dann strebt ebenfalls Markus Ströher ein Amt im Vorstand an, der den Verein an der Seite von Gstettner und Geschäftsführerin Annette Hartmann bereits im Management unterstützt. „Gemeinsam wollen wir den TTC in die Zukunft führen. Hierzu haben wir viele Ideen, die wir nun Schritt für Schritt angehen werden. Der TTC ist noch immer eine der besten Adressen im deutschen Tischtennis und ein ganz besonderer Verein für die Region“, hatte Ströher bereits vor einigen Wochen erklärt.

„Colin Heow steht für Aufbruchstimmung“

Eng verwoben mit einer erfolgreichen Zukunft des gesamten Vereins ist sportlicher Erfolg in der TTBL. Und der blieb zuletzt eher auf der Strecke. In der laufenden Spielzeit hatte Grenzau lange Zeit um den Klassenerhalt bangen müssen, ehe im Endspurt doch noch drei Siege glückten. Dank der Erfolge gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (3:0), den TTC Neu-Ulm (3:2) und den TTC indeland Jülich (3:0) stand am Ende der Hauptrunde der elfte Platz und damit der Klassenerhalt. Es habe ein wenig der „Spirit“ gefehlt, blickt Gstettner auf die vergangenen Monate zurück. Und genau dieser Spirit soll nun zum Erfolgsfaktor in der neuen Saison werden.

Robin Devos

Robin Devos spielte in der vergangenen Saison eine 6:17-Bilanz für den TTC indeland Jülich. Bei Grenzau soll er nun noch einmal zulegen und dem jungen Team Stabilität verleihen. (Foto: Margret Nündel)

Als zentrale Figur ist dabei Colin Heow angedacht. Der 31-Jährige ist der neue Cheftrainer im Brexbachtal und folgt auf Chris Pfeiffer. Auf die Box beschränkt will Gstettner das Wirken Heows aber nicht wissen: „Wir haben Gespräche mit verschiedenen Kandidaten geführt“, berichtet der TTC-Chef, „am Ende haben wir uns für Colin entschieden, weil er genau für die Aufbruchstimmung steht, die wir uns erhoffen, und unseren Weg mitgehen will.“ Heow war zuletzt in Luxemburg aktiv und lenkte die Geschicke von DT Hueschtert-Folscht. Der Sprung in die TTBL wird folglich ein großer für den jungen Trainer.

Spieler Nummer vier hat bereits unterschrieben

Dabei setzt Grenzau nicht nur auf der Trainerbank weiterhin auf die Jugend, sondern auch am Tisch. Zwar hat mit Kanak Jha ein Talent den TTC in Richtung TTF Liebherr Ochsenhausen verlassen, dafür aber wurde mit Cristian Pletea vom 1. FC Saarbrücken TT ein anderer vielversprechender Youngster geholt. Dass sich der 19 Jahre alte Rumäne in seinem ersten TTBL-Jahr mit einer 2:4-Bilanz begnügen musste, sorgt die TTC-Verantwortlichen nicht. Pletea solle Stammspieler in der neuen Saison werden, erklärt Gstettner: „Er soll das notwendige Vertrauen bekommen, um sein Potenzial im zweiten TTBL-Jahr besser abrufen zu können.“ Ebenfalls neu in Grenzau ist Robin Devos, der vom TTC indeland Jülich kommt. Als einziger Akteur aus der Vorsaison geht Ioannis Sgouropoulos mit in die kommende Spielzeit. Der Grieche hatte ebenso wie Pletea ein schwieriges erstes Jahr und spielte eine 3:11-Bilanz, zeigte aber bei den Siegen gegen Mizuki Oikawa (3:1), Ruwen Filus (3:1) und Robin Devos (3:0) sein Talent. Verlassen haben Grenzau neben Jha auch Mihai Bobocica und Anders Lind.

Neben Devos, Pletea und Sgouropoulos wird noch ein vierter Spieler in der kommenden  Saison für Grenzau in der TTBL aufschlagen. Um wen es sich handelt, ist noch nicht bekannt. Gstettner aber verrät: „Wir haben unsere Nummer eins inzwischen gefunden. Wer es ist, werden wir in den kommenden Tagen vermelden.“

 

Beitragsbild oben: Ioannis Sgouropoulos (Foto: Wolfgang Heil)