TTCLM: AUCH OCHSENHAUSEN IM VIERTELFINALE



Die TTF Liebherr Ochsenhausen komplettieren das deutsche Trio im Viertelfinale der Table Tennis Champions League Men (TTCLM). Die Oberschwaben gewannen am Abend ihr abschließendes Gruppenspiel gegen die SPG Walter Wels in Österreich trotz akuter Personalnot. Auch Borussia Düsseldorf beendet die Gruppenphase in Europas Königsklasse mit einem Erfolgserlebnis und sichert sich den anvisierten Gruppensieg.

Joao Geraldo

Unglücklicher Auftakt: Joao Geraldo (Foto: Schaal)

Manchmal kommt es knüppeldick. Ausgerechnet im letzten Gruppenspiel der Table Tennis Champions League Men (TTCLM), in dem es für die TTF Liebherr Ochsenhausen gegen die SPG Walter Wels um den Einzug in Viertelfinale ging, mangelte es den Oberschwaben an Personal. Simon Gauzy fiel mit Rückenproblemen aus, Yuto Muramatsu war für den japanischen Verband in seiner Heimat im Einsatz, Hugo Calderano stand Trainer Dubravko Skoric ebenfalls nicht zur Verfügung. Einspringen musste daher am Donnerstagabend in Österreich TTF-Sportmanager Daniel Zwickl. Doch der Ungar löste seine Aufgabe mit Bravour.

Gegen den Serben Zsolt Petö hielt der Olympiateilnehmer von 2008 exzellent dagegen, wehrte in gleich drei Durchgängen Satzbälle seines Gegners ab und brachte Ochsenhausen nach der Pause erstmals in Führung. Denn zum Auftakt waren die Tischtennisfreunde überraschend in Rückstand geraten. Joao Geraldo hatte die Partie gegen den Belgier Robin Devos eigentlich Griff, verlor nach einer 2:0-Satzführung jedoch den Faden und war schließlich im Entscheidungssatz, in dem dem Portugiesen nur ein einziger Punkt gelang, völlig von der Rolle.

Verlass war dagegen an diesem Abend auf den lange Zeit verletzten Jakub Dyjas, der mit zwei souveränen Siegen gegen Dominique Plattner und Devos den unterm Strich verdienten Auswärtserfolg des Bundesligisten perfekt machte. Zum Gruppensieg reichte der jedoch nicht, da sich im Parallelspiel La Romagne aus Frankreich klar mit 3:0 gegen die Tschechen aus Ostrava durchsetzen konnte. „Kompliment an das Team, vor allem aber an Daniel!“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Hauptsache wir sind weiter, auch wenn wir nur Gruppenzweiter geworden sind, aber das hatten wir ja nicht mehr in eigener Hand. Jetzt schauen wir gespannt auf die Auslosung und freuen uns auf das Liebherr Pokal-Finale.“

Düsseldorf jubelt doppelt

Simon Gauzy

Lieferte sich ein enges Duell mit Maze: Timo Boll (Foto: MaJo-Foto)

Was Ochsenhausen verwehrt blieb, gelang indes Borussia Düsseldorf. Im Duell mit Roskilde Bordtennis BTK 61 sicherte sich die Mannschaft um Timo Boll den Gruppensieg, bezwang die Dänen allerdings nur auf dem Papier deutlich. Lediglich Kristian Karlsson, den Trainer Danny Heister an Position drei aufgeboten hatte, hatte mit seinem Gegner keine Mühe und behielt gegen Laurens Tromer in drei Sätzen klar die Oberhand.

Zuvor wurde es deutlich knapper – vor allem aber spektakulärer. Düsseldorfs Topstar Boll und der für seine attraktive Spielweise bekannte Ex-Europameister und ehemalige Borusse Michael Maze lieferten sich ein über weiten Strecken packendes Duell mit sehenswerten Ballwechseln. Gegen einen furios aufspielenden Maze geriet Boll sogar mit 1:2 in Rückstand, konnte die Partie jedoch drehen. Zum Auftakt hatte Anton Källberg mit Ach und Krach verhindern können, dass dies auch Zhai Yujia gelang. Der gebürtige Chinese mit dänischem Pass lag bereits aussichtlos zurück und musste sich Källberg schließlich erst in der Verlängerung des fünften Satzes geschlagen geben. Unzufrieden war Heister mit seinem Schützling dennoch nicht. „Zhai hat sich nachher immer besser auf Antons Spiel eingestellt. Trotzdem habe ich von ihm zeitweise das beste Tischtennis von ihm überhaupt gesehen.“

Jubeln durften in Dänemark schließlich nicht nur die Gäste. Durch die gleichzeitige Niederlage des französischen Vertreters Hennebont gegen Dzialdowo aus Polen steht auch Roskilde in der Runde der besten Acht. Die Auslosung der Viertelfinal-Begegnungen findet am morgigen Freitag ab 13 Uhr in Luxemburg statt. Als Gruppensieger geht Düsseldorf dort einem vermeintlich starken Gegner zunächst aus dem Weg. „Jetzt haben sich die Jungs ein paar Tage Weihnachtsurlaub verdient“, so Heister. „Ende Dezember treffen wir uns zum Training wieder und beginnen mit der Vorbereitung auf die Pokalendrunde am 6. Januar 2018.“

Die Spiele in der Übersicht

SPG Walther Wels – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3
Robin Devos – Joao Geraldo 3:2 (9:11, 1:11, 11:6, 11:8, 11:1)
Dominique Plattner – Jakub Dyjas 1:3 (11:9, 5:11, 5:11, 10:12)
Zsolt Petö – Daniel Zwickl 1:3 (11:13, 10:12, 11:8, 10:12)
Robin Devos – Jakub Dyjas 0:3 (5:11, 5:11, 10:12) 

Roskilde Bordtennis BTK 61 – Borussia Düsseldorf 0:3
Zhai Yujia – Anton Källberg 2:3 (5:11, 8:11, 11:9, 11:7, 12:14)
Michael Maze – Timo Boll 2:3 (11:13, 11:8, 11:5, 8:11, 8:11)
Laurens Tromer – Kristian Karlsson 0:3 (7:11, 7:11, 9:11)