TTCLM: DÜSSELDORF TROTZ BOLL-DRAMA IM HALBFINALE



Borussia Düsseldorf steht trotz der Hinspielniederlage gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen im Halbfinale der Champions League. Im Rückspiel vor heimischem Publikum wird ein Ersatzmann zum Helden des Abends. Auch der 1. FC Saarbrücken TT hat Grund zum jubeln – trotz Niederlage.

Timo Boll, Borussia Düsseldorf, Final Four 2017, Liebherr Pokal-Finale

Sieg trotz Verletzung: Timo Boll (Foto: BeLa Sportfoto)

Mitjubeln wollte er dann doch. Als seine Teamkollegen nach dessen Matchball über Stefan Fegerl herfielen, wollte auch Timo Boll nicht fehlen, musste sich beim Siegestanz jedoch zurückhalten. Grund dafür waren Schmerzen in der Leiste, die sich Düsseldorfs Spitzenspieler während seines knappen Auftaktsiegs gegen Hugo Calderano zugezogen hatte – und die einen zweiten Einsatz unmöglich machten.

Der war allerdings nach Simon Gauzys Ausgleich nötig geworden. Fegerl sprang ein, gewann und machte Düsseldorfs zwischenzeitlich bereits in weite Ferne gerückten Einzug ins Halbfinale der Table Tennis Champions League Men (TTCLM) perfekt. Mit 3:1 gewann die Mannschaft von Trainer Danny Heister schließlich das Viertelfinal-Rückspiel gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen. "Das Spiel heute hat wieder einmal gezeigt, welche Möglichkeiten diese großartige Mannschaft hat", lobte Manager Andreas Preuß. „Das war wirklich nichts für schwache Nerven."

Denn nach der Pause waren zunächst die Gäste am Zug und kamen vor 1.100 Zuschauern im ARAG CenterCourt durch Jakub Dyjas und ihrem 3:2-Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken ihrem Ziel immer näher. Mit 2:1 lag der junge Pole im Duell mit Kristian Karlsson bereits in Führung, ehe der Schwede zum Schlussspurt ansetzte und das Spiel noch drehte. Im Halbfinale trifft Karlsson nun auf alte Kollegen. Im rein französischen Duell mit Hennebont setzte sich nach einem klaren 3:0-Erfolg im Hinspiel der Titelverteidiger AS Pontoise Cergy TT durch.

Saarbrücken folgt der Borussia

Patrick Baum, 1. FC Saarbrücken TT, Final Four 2017, Liebherr Pokal-Finale

Sorgte für den entscheidenden Punkt: Patrick Baum (Foto: BeLa Sportfoto)

Das zweite Halbfinale bestreiten Topfavorit Orenburg um Europe Top 16-Sieger Dimitrij Ovtcharov und: der 1. FC Saarbrücken TT. Das Rückspiel gegen den französischen Vertreter Chartres ASTT verloren die Saarländer zwar mit 2:3, hatten jedoch das Hinspiel vor zwei Wochen mit 3:1 für sich entscheiden können.

Saarbrückens Anhänger unter den rund 500 Zuschauern in der Joachim-Deckarm-Halle mussten allerdings trotz des Vorsprungs aus dem Hinspiel mächtig zittern. Dabei lief zu Beginn zunächst noch alles nach Plan. Patrick Baum führte gegen Robert Gardos bereits mit 2:0 Sätzen und 4:0 Punkten, ehe beim Deutschen Einzel-Meister der Faden riss und Gardos das Spiel noch gewann. Einen 0:2-Pausenrückstand konnte anschließend Bojan Tokic im Duell mit dem Ex-Saarbrücker Joao Monteiro nur mit Mühe verhindern.

Die Sorgenfalten auf der Stirn von Trainer Slobodan Grujic wurden dann allerdings wieder größer, als Tiago Apolonia Pär Gerell in vier Sätzen unterlag. Erst als Baum gegen Monteiro mit einer souveränen Vorstellung für den zweiten Punkt sorgen konnte, hatte Saarbrücken Gewissheit. Dass Gardos anschließend die 2:3-Heimpleite besiegelte, fiel da nicht mehr ins Gewicht.

Das Spiele in der Übersicht

Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1
Timo Boll – Hugo Calderano 3:2 (11:7, 15:17, 8:11, 11:7, 11:8)
Anton Källberg – Simon Gauzy 1:3 (12:10, 8:11, 9:11, 10:12)
Kristian Karlsson – Jakub Dyjas 3:2 (9:11, 11:5, 12:14, 11:3, 11:3)
Stefan Fegerl – Simon Gauzy 3:1 (11:4, 11:13, 11:9, 11:9)

1. FC Saarbrücken TT – Chartres ASTT 2:3
Patrick Baum – Robert Gardos 2:3 (11:6, 11:4, 6:11, 8:11, 10:12)
Bojan Tokic – Joao Monteiro 3:2 (9:11, 11:3, 4:11, 12:10, 11:9)
Tiago Apolonia – Pär Gerell 1:3 (11:7, 8:11, 9:11, 7:11)
Patrick Baum – Joao Monteiro 3:0 (11:7, 11:8, 11:4)
Bojan Tokic – Robert Gardos 0:3 (6:11, 10:12, 7:11)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto