TTCLM: DÜSSELDORF UND MÜHLHAUSEN IM EILTEMPO



Erfolgreicher Champions-League-Abend aus deutscher Sicht: Borussia Düsseldorf (gegen Ostrava) und Post SV Mühlhausen (gegen Hennebont) fahren 3:0-Heimsiege ein und machen einen großen Schritt Richtung Viertelfinale.

 

Darko Jorgic

Euphorie in Mühlhausen: Daniel Habesohn und Coach Erik Schreyer (Foto: Habel)

Die Halle am Kristanplatz bebte. Mal wieder. Der Post SV Mühlhausen hat binnen einer Woche den zweiten Heimsieg in der Champions League engefahren und nun durchaus gute Chancen aufs Viertelfinale. Die selbstbewussten Thüringer landeten am Freitagabend einen in der Höhe nicht erwarteten 3:0-Erfolg gegen die Franzosen aus Hennebont, die ohne Cedric Nuytinck (Belgien Open) auskommen mussten. Den Reigen eröffnete der formstarke Daniel Habesohn durch ein ungefährdetes 3:0 über den Chinesen Fan Shengpeng. Für den Big Point und die Vorentscheidung des Abends sorgte dann Lubomir Jancarik. Der Tscheche, Nummer 86 in der Welt, bezwang überraschend den favorisierten, gegnerischen Spitzenspieler Liam Pitchford (WR: 23) im Entscheidungssatz. Englands Nummer eins, Pitchford, kam nach dem 0:2-Satzrückstand noch auf 2:2 heran, doch im fünften Durchgang zog Jancarik schnell davon. Steffen Mengel machte gegen den international unbekannten Griechen Stamatouros in vier Durchgängen den Deckel drauf. „Es war wieder ein unglaubliches Spiel vor einer fantastischen Kulisse. Für einige Fans und Betreuer wird es heute eine lange Nacht“, kündigte Mühlhausens Pressesprecher Thomas Stecher nach dem Sieg an.

„Unfassbar. Mit dem 3:0 haben wir uns jetzt schon ein kleines Polster erarbeitet. Jetzt kann nur noch der zweite Platz das Ziel sein. Es läuft auf ein Endspiel in Schweden hinaus. Wir sind heiß“, betonte Post-SV-Coach Erik Schreyer. Ein Extralob hatte Schreyer für Lubomir Jancarik parat. „Ich habe Lubo wieder an zwei gestellt, weil er mit seinem Aufschlag-, Rückschlagspiel gerade für bessere Spieler sehr unangenehm sein kann. Er spielt unglaublich stabil zurzeit.“

 

Düsseldorf in anderthalb Stunden durch

 

Titelverteidiger Borussia Düsseldorf ließ beim 3:0 gegen Ostrava überhaupt keine Zweifel aufkommen, wer Herr im Hause ist. Gerade einmal anderthalb Stunden dauerte die einseitige Partie vor 600 Zuschauern im ARAG CenterCourt. Die Gäste aus Tschechien konnten einem ein wenig leidtun. Europameister Timo Boll nahm den World-Cup-Rückenwind (Platz zwei in Paris vergangenes Wochenende) mit und ließ gegen Ondrej Bajger in drei Sätzen nur 13 (!) Punkte zu. Kurzen Prozess machte auch Kristian Karlsson gegen Ostravas Nummer eins, Tregler. Im Generationen-Duell, Anton Källberg (21) und Petr Korbel (47) trennen 26 Jahre, besiegte der Jung-Borusse den ehemaligen Borussia-Spieler in vier Sätzen. Ostravas Spielertrainer Korbel trug 1993 zum ersten Mal das Borussia-Trikot und gewann später mit dem Verein deutsche Meisterschaft, Pokal und den ETTU-Cup.

„Das war ein leichtes Spiel, ein hochverdienter Sieg. Von den Gästen kam relativ wenig Gegenwehr. Timo macht der World Cup noch zu schaffen, wo er schon Probleme am ISG hatte. Das zweite Einzel hätte er nicht mehr gemacht. Kristian hat sehr stark gespielt. Unser alter Bekannter Petr Korbel hat sich hinten raus etwas gewehrt“, kommentierte Borussia-Manager Andreas Preuß. Mit drei Siegen in drei Spielen ist der Titelverteidiger klar auf Viertelfinal-Kurs. „Wir wollen Erster in der Gruppe werden, damit wir einem der beiden russischen Teams entgehen“, so Preuß. Vor dem Spiel hatten Spieler und Zuschauer in einer Schweigeminute an den vor knapp zwei Wochen verstorbenen früheren Borussia-Manager Wilfried Micke erinnert.

 

TTCLM, 3. Spieltag

Gruppe A:
Borussia Düsseldorf – TTC Ostrava 2016 3:0

Timo Boll – Ondrej Bajger 3:0 (11:2, 11:5, 11:6)

Kristian Karlsson – Thomas Tregler 3:0 (11:6, 11:9, 11:7)

Anton Källberg – Petr Korbel 3:1 (10:12, 12:10, 13:11, 11:6)

Zuschauer: 600

 

Gruppe D:

Post SV Mühlhausen – G.V. Hennebont T.T. 3:0

Daniel Habesohn – Fan Shengpeng 3:0 (11:6, 11:7, 11:9)

Lubomir Jancarik – Liam Pitchford 3:2 (11:8, 11:8, 4:11, 10:12, 11:5)

Steffen Mengel – Georgis Stamatouros 3:1 (11:9, 12:10,10:12,10:12, 11:5)

Zuschauer: 300

 

Zu den Ergebnissen und Tabellen auf der ETTU-Webseite