TTCLM: IRRE SHOW IN OCHSENHAUSEN



Die TTF Liebherr Ochsenhausen schlagen Borussia Düsseldorf im Halbfinal-Hinspiel der Table Tennis Champions League Men (TTCLM) denkbar knapp mit 3:2. Die Aufholjagd des deutschen Rekordmeisters, der bereits mit dem Rücken zur Wand stand, bleibt am Ende unbelohnt.

Timo Boll

Konnte Düsseldords Niederlage nicht verhindern: Timo Boll (Foto: BeLa Sportfoto)

Fast vier spektakuläre Stunden dauerte es, bis am späten Freitagabend in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle ein Sieger gefunden war. Am Ende bejubelten nach einem denkwürdigen Halbfinal-Hinspiel in der Table Tennis Champions League Men (TTBL) die Gastgeber der TTF Liebherr Ochsenhausen einen hauchdünnen 3:2-Erfolg über Borussia Düsseldorf. Ein Ergebnis, das im Rückspiel am 6. April beiden Mannschaften alle Chancen auf den Finaleinzug lässt.

Dabei wären die des deutschen Rekordmeisters Düsseldorf beinahe frühzeitig gen Null gesunken, nachdem die Tischtennisfreunde aus Oberschwaben wie entfesselt zu einer 2:0-Pausenführung gestürmt waren. „Es hätte nicht viel gefehlt und wir wären hier mit 0:3 aus der Halle geschossen worden“, brachte Borussia-Manager Andreas Preuß die Geschehnisse auf den Punkt. Nachdem Hugo Calderano gegen Anton Källberg in eindrucksvoller Manier für das 1:0 gesorgt hatte, machte Simon Gauzy dort weiter, wo sein brasilianischer Teamkollege aufgehört hatte. Dabei war der französischen Nummer acht der Welt so etwas wie fehlende Spielpraxis nach dessen langwieriger Rückenverletzung nicht anzumerken. Im Duell mit Timo Boll ging Gauzy von Beginn an hohes Risiko und wurde dafür immer wieder belohnt. Mehr als eine Verschnaufpause gönnte Ochsenhausens Spitzenspieler der Nummer eins der Welt nach einer 2:0-Satzführung nicht (3:11). Im vierten Durchgang sorgte Gauzy schließlich für klare Verhältnisse.

Heister: „Waren fast tot“

In Kristian Karlssons Haut hätten anschließend wohl nur die wenigsten stecken wollen – nicht bei diesem Spielstand. Doch Düsseldorfs zweiter Schwede hielt dem Druck stand und rang den Polen Jakub Dyjas trotz eines 1:5-Rückstands im vierten Durchgang nieder. Im Spitzeneinzel kam es somit zur Neuauflage des vielbeachteten Duells bei den Qatar Open, bei denen Calderano im Achtelfinale Boll mit 4:1 bezwingen konnte. Diesmal hatte jedoch der Deutsche das bessere Ende für sich und besorgte den Ausgleich. „Wir waren fast tot, aber wir sind zurückgekommen und leben wieder“, so Gästetrainer Danny Heister. „Ich mache niemandem einen Vorwurf. Wir haben gekämpft und am Ende den Sieg ganz knapp verpasst.“

Dass das so kam, lag an Gauzy, der seine starke Leistung gegen Boll mit dem Siegpunkt gegen Källberg krönte, obwohl zwischenzeitlich der Schwede mit 2:1 geführt und so die Düsseldorfer Hoffnungen auf ein Happy-End genährt hatte. „Respekt vor Düsseldorf, wie sie gekämpft haben und dem möglichen 0:3 von der Schippe gesprungen sind“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Wir wollten dieses Spiel genießen und die Jungs haben es genossen. Wir haben gehalten, was wir versprochen haben.“

Für das Rückspiel am 6. April ist Ochsenhausens Vorsprung zwar nur minimal, ein 3:2-Heimerfolg reicht Düsseldorf bei einem Satzverhältnis von 10:13 jedoch voraussichtlich nicht. „Das wird ein echtes Endspiel“, prognostiziert Preuß.

Das Spiel in der Übersicht

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 3:2
Hugo Calderano – Anton Källberg 3:1 (13:11, 8:11, 11:9, 11:4)
Simon Gauzy – Timo Boll 3:1 (11:8, 11:8, 3:11, 11:8)
Jakub Dyjas – Kristian Karlsson 2:3 (11:9, 7:11, 11:5, 9:11, 7:11)
Hugo Calderano – Timo Boll 2:3 (9:11, 11:9, 13:11, 5:11, 5:11)
Simon Gauzy – Anton Källberg 3:2 (11:6, 7:11, 5:11, 11:7, 11:8)