TTCLM: OCHSENHAUSEN UND DÜSSELDORF WEITER



Die TTF Liebherr Ochsenhausen können die Hinspielniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken TT drehen und stehen im Halbfinale der Table Tennis Champions League Men (TTCLM). Auch Borussia Düsseldorf ist eine Runde weiter, macht es vorher jedoch noch einmal spannend.

Tiago Apolonia

Verpasste die Führung: Tiago Apolonia (Foto: BeLa Sportfoto)

Einen heißen Kampf hatten beide Seiten nach dem knappen 3:2 im Hinspiel erwartet, einen heißen Kampf sollten sie bekommen. Bester Beleg dafür: Erst nach einer knappen Stunde Spielzeit ging eine Mannschaft in Führung – und das waren die TTF Liebherr Ochsenhausen. Für Slobodan Grujic, Trainer des 1. FC Saarbrücken TT, bereits der Knackpunkt im Spiel: „War hatten unsere Chancen, vor allem Tiago (Apolonia) beim Stand von 9:9 im fünften Satz. Das war eine große Chance für uns, in Führung zu gehen.“ 

Doch statt dem Portugiesen, der die Saarländer möglicherweise zum Saisonende verlassen wird, gewann zum Auftakt der Pole Jakub Dyjas und ebnete so den Weg, an dessen Ende ein 3:1-Auswärtserfolg der Oberschwaben stand. Das Hinspielergebnis war damit gedreht, der Einzug ins Halbfinale der Table Tennis Champions League perfekt. „Saarbrücken hat es uns wirklich nicht einfach gemacht“, musste TTF-Präsident Kristijan Pejinovic zugeben. „Aber am Ende war es ein verdienter Sieg. Besonders freut mich, dass es auch ohne Simon Gauzy funktioniert hat. Nach der zerfahrenen Saison ist das Balsam für die Seele.“

Zuvor hatte Patrick Franziska gegen Hugo Calderano – ebenfalls in fünf Sätzen – ausgleichen können, Yuto Muramatsu die Führung nach der Pause gegen Patrick Baum jedoch prompt wiederhergestellt. Wie schon im Hinspiel ersetze anschließend Bojan Tokic seinen Teamkollegen Apolonia. Vor zwei Wochen avancierte der Slowene, der im Sommer zum ASV Grünwettersbach wechseln wird, in der Joker-Rolle zum Matchwinner, an diesem Freitagabend gelang Tokic dieses Kunststück nicht. Auch wenn er drauf und dran war: Wie im Januar gegen Dyjas wehrte Saarbrückens Routinier dieses Mal gegen Hugo Calderano im vierten Satz einen Matchball ab und zwang den Portugiesen in den fünften Durchgang. Dort hatte allerdings Calderano das bessere Ende für sich. 

Grujic nahm das Viertelfinal-Aus gefasst: „Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Das war ein tolles Spiel, auch für die Zuschauer. Wir schauen nach vorne und wollen am Sonntag in der Liga wieder gewinnen.“ Dort kommt es am 14. Spieltag zum erneuten Duell, diesmal in Ochsenhausen.

Düsseldorf muss zittern

Timo Boll

Bezwang Shibaev denkbar knapp: Timo Boll (Foto: BeLa Sportfoto)

Mindestens genauso spannend war der Abend im ARAG CenterCourt. Und das, obwohl Borussia Düsseldorf mit einem 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in die Partie gegen den TTSC UMMC gegangen war und somit nur noch ein gewonnenes Einzel benötigte, um ins Halbfinale einzuziehen. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Denn Anton Källberg stand zum Auftakt gegen den langjährigen Bundesliga-Spieler Andrej Gacina völlig neben sich und reihte Fehler an Fehler. Das Ergebnis: ein sang- und klangloses 0:3 mit gerade einmal 14 eigenen Punkten. Das saß.

Mit dem gelungen Auftakt im Rücken machte anschließend Alexander Shibaev auch Timo Boll das Leben schwer. Zwar hatte der Russe Glück mit einigen Kanten- und Netzbällen, führte nach drei Durchgängen jedoch etwas überraschend mit 2:1. Auf Boll, der am Wochenende das europäische Ranglistenturnier Europe Top 16 für sich entschieden, war jedoch wie so oft Verlass. Der 36-Jährige drehte die Partie und sorgte so für den entscheidenden Punkt, der den Gastgebern zum Halbfinaleinzug fehlte. „Es war ein sehr enges Ding heute“, fand auch Trainer Danny Heister. „Ich bin einfach tierisch froh, dass wir das Halbfinale erreicht haben.“

Die folgenden Einzel hatten somit keine Bedeutung mehr. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass Düsseldorf die Partie gegen den russischen Meister letztlich verlor. Denn nachdem der für Källberg eingewechselte Stefan Fegerl Shibaev klar unterlag, gab Boll nach gewonnenem ersten Satz gegen Gacina verletzungsbedingt auf. Im Halbfinale kommt es nun erneut zu einem deutschen Duell, diesmal zwischen Düsseldorf und Ochsenhausen. Aufgrund der besseren Setzung hat die Borussia im Rückspiel Anfang April Heimrecht, das erste Duell steigt Mitte März in Ochsenhausen.

Den zweiten Finalisten ermitteln Titelverteidiger TTC Fakel Gazprom um Dimitrij Ovtcharov und Champions-League-Neuling Sporting Clube de Portugal.

Die Spiele in der Übersicht

1. FC Saarbrücken TT – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3
Tiago Apolonia – Jakub Dyjas 2:3 (8:11, 11:6, 9:11, 14:12, 9:11)
Patrick Franziska – Hugo Calderano 3:2 (7:11, 11:6, 11:9, 6:11, 11:6)
Patrick Baum – Yuto Muramatsu 1:3 (4:11, 7:11, 12:10, 8:11)
Bojan Tokic – Hugo Calderano 2:3 (12:10, 5:11, 5:11, 12:10, 8:11)

Borussia Düsseldorf – TTSC UMMC 2:3
Anton Källberg – Andrej Gacina 0:3 (4:11, 4:11, 6:11)
Timo Boll – Alexander Shibaev 3:2 (8:11, 11:7, 8:11, 11:6, 11:8)
Kristian Karlsson – Maharu Yoshimura 3:0 (11:7, 11:7, 13:11)
Stefan Fegerl – Alexander Shibaev 0:3 (6:11, 4:11, 4:11)
Timo Boll – Andrej Gacina 1:3 (11:4, 0:11, 0:11, 0:11)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto