TTCLM: SAARBRÜCKEN SETZT EIN ZEICHEN



Ein Patrick Franziska in Topform führt den 1. FC Saarbrücken TT zu einem eindrucksvollen 3:1-Erfolg gegen den russischen Meister TTSC UMMC und damit zum zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel der Champions League. Auch Borussia Düsseldorf erlebt einen denkwürdigen Abend.

Patrick Franziska

An diesem Abend nicht zu schlagen: Patrick Franziska (Foto: Höfer)

Was für ein Abend für Patrick Franziska: Dank zweier blitzsauberer Auftritte seiner Nummer eins bleibt der 1. FC Saarbrücken TT am 2. Spieltag der Table Tennis Champions League Men (TTCLM) Tabellenführer in Gruppe B. Gegen den russischen Meister TTSC UMMC gewann die Mannschaft von Trainer Slobodan Grujic am Freitagbend vor heimischen Publikum letztlich souverän mit 3:1 und ist damit weiter ungeschlagen in Europas Königsklasse. „Wir haben heute wirklich alle am Limit gespielt gegen eine sehr starke Mannschaft mit drei Topspielern“, fand Franziska. „Ein sehr gutes Spiel von uns, auf dem wir auf jeden Fall aufbauen können.“

Gleich zum Auftakt stellte Franziska die Weichen auf Heimsieg und ließ den ehemaligen Bundesligaspieler Andrej Gacina nicht in die Nähe eines einzigen Satzgewinns kommen. Ebenso eindrucksvoll der anschließende Auftritt von Tiago Apolonia gegen den Europe-Top-16-Zweiten und Spitzenspieler der russischen Gäste Alexander Shibaev: Nach einem knappen ersten Durchgang diktierte Saarbrückens Portugiese das Spiel nach Belieben und sorgte so für die schnelle 2:0-Pausenführung der Gastgeber.

Ebenfalls eine gute Vorstellung bot Routinier Bojan Tokic, fand im Japaner und ehemaligen Hagener Maharu Yoshimura jedoch seinen Meister. Der Rest war die Show des Patrick Franziska, der auch im Spitzeneinzel gegen Shibaev seine weiße Weste wahrte.

Düsseldorf muss zittern

Kristian Karlsson

Matchwinner in Polen: Kristian Karlsson (Foto: BeLa Sportfoto)

Einen wahren Krimi erlebte hingegen Vorjahres-Finalist Borussia Düsseldorf, der bei K. S. Dekorglass Dzialdowo aus Polen über die volle Distanz gehen musste – und das trotz eines Traumstarts. Denn Kristian Karlsson schlug zu Beginn mal eben den Weltranglistenzehnten Wong Chun Ting aus Hongkong mit 3:1. Im vierten Satz ließ der Schwede dabei gerade einmal drei gegnerische Punkte zu. „Kristian hat das heute sehr gut gemacht“, fand Borussia-Trainer Danny Heister. „Er hat in den vergangenen Wochen gut trainiert, aber im Spiel lief es dann nicht. Heute hat er endlich mal wieder sein ganzes Potential ausgeschöpft.“

Nachdem Timo Boll gegen Abwehr-Ass Wang Yang nachgelegen konnte, hatte nach der Pause Anton Källberg die Chance, den glatten Auswärtssieg unter Dach und Fach zu bringen. Doch gegen Jiri Vrablik tat sich das schwedische Top-Talent erstaunlich schwer und unterlag in fünf Sätzen. Das gleiche Schicksal ereilte im Spitzeneinzel anschließend auch Boll, der nach zwei souveränen Durchgängen (11:3, 11:1) den Faden verlor und sich Wong Chun Ting geschlagen geben musste.

Doch so wertvoll wie Patrick Franziska für Saarbrücken, so wertvoll war an diesem Abend Kristian Karlsson für Düsseldorf. In einer umkämpften Abwehrschlacht gegen Yang Wang behielt Karlsson die Nerven bejubelte den Siegpunkt ausgelassen. Nach der knappen Niederlage gegen Hennebont zum Auftakt ist der detusche Rekordmeister damit wieder auf Kurs. „Natürlich freuen wir uns über den Sieg“, so Manager Andreas Preuß. „Aber wir haben uns das Leben selbst ein wenig schwer gemacht und hätten höher gewinnen können, was für unser Spielverhältnis gut gewesen wäre. Dennoch: Respekt! Mich freut vor allem, dass Kristian nach einer kleinen Krise heute unser bester Mann war.“

Die Spiele in der Übersicht

1. FC Saarbrücken TT – TTSC UMMC 3:1
Patrick Franziska – Andrej Gacina 3:0 (11:8, 11:7, 11:6)
Tiago Apolonia – Alexander Shibaev 3:0 (13:11, 11:2, 11:7)
Bojan Tokic – Maharu Yoshimura 0:3 (3:11, 12:14, 10:12)
Patrick Franziska – Alexander Shiabev 3:0 (11:7, 11:7, 11:9)

K. S. Dekorglass Dzialdowo – Borussia Düsseldorf 2:3
Wong Chun Ting – Kristian Karlsson 1:3 (11:13, 11:8, 7:11, 3:11)
Wang Yang – Timo Boll 0:3 (9:11, 7:11, 8:11)
Jiri Vrablik – Anton Källberg 3:2 (11:4, 7:11, 7:11, 11:7, 11:4)
Wong Chun Ting – Timo Boll 3:2 (14:12, 3:11, 1:11, 11:9, 11:8)
Wang Yang – Kristian Karlsson 0:3 (8:11, 9:11, 11:13)