ÜBER BAKU NACH RIO



Nichts als Rio im Kopf! Wenn Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Co. am 13. Juni in die ersten European Games starten, zählt für sie praktisch nur die Chance auf die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien.

Die Sieger im Herren- und Damen-Einzel erhalten jeweils ihr persönliches Ticket und dürfen sich dann zumindest in Sachen Olympia erstmal relativ entspannt zurücklehnen. Doch auch wenn Ovtcharov – nach überstandener Bänderdehnung - und Düsseldorfs Meistermacher Timo Boll topgesetzt und die Favoriten sind – es lauert starke Konkurrenz, unter anderem die TTBL-Stars Andrej Gacina (Grenzau/Kroatien), Bojan Tokic (Saarbrücken/Slowenien) oder Bolls Teamkollege Panagiotis Gionis (Griechenland).

Vorfreude auf Baku: Timo Boll (li.) und Dimitrij Ovtcharov (Foto: DOSB)

Vorfreude auf Baku: Timo Boll (li.) und Dimitrij Ovtcharov (Foto: DOSB)

Alleine aufgrund der Tatsache, dass dem Sieger ein direkter Startplatz bei den Olympischen Spielen sicher ist, hat das Turnier einen hohen sportlichen Stellenwert“, sagt Timo Boll, daher könne „nur die Goldmedaille das Ziel sein.“ Das deutsche „Luxus-Problem“: Auch Dimitrij Ovtcharov peilt den Titel und das Olympia-Ticket an. Mindestens einer der beiden Topstars wird im Einzel auf dem Weg nach Rio also (vorerst) auf der Strecke bleiben. 48 Teilnehmer kämpfen in Baku vom 16. bis 19. Juni um den Sieg. Gespielt wird über vier Gewinnsätze, in einer ersten Runde treffen zunächst die von 17 bis 32 gesetzten Spieler auf die von 33 bis 48 gesetzten. In der zweiten Runde spielen die Sieger gegen die an 1 bis 16 Gesetzten. Ovtcharov und Boll steigen erst in der zweiten Runde ein. Es folgen Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel.

Auch im Team soll Gold her

Im Teamwettbewerb (13. bis 15. Juni) streben die DTTB-Herren ebenfalls einen Prestigesieg an. „Mit der Mannschaft versuchen wir auf jeden Fall, das Turnier zu gewinnen. Nach der Niederlage im EM-Finale gegen Portugal im vergangenen Jahr wollen wir beweisen, dass wir die Nummer eins in Europa sind – erst in Baku, dann in Jekaterinburg bei der nächsten EM“, sagt Bundestrainer Jörg Roßkopf. Ein besonderes Auge wird er in der Mannschaft auf Rückkehrer Patrick Baum haben. Gespielt wird im „olympischen System“ mit bis zu vier Einzeln und einem Doppel. Dabei darf ein Spieler in maximal zwei Partien zum Einsatz kommen. In dem 16er-Feld gilt das K.-o.-System.

Die Frauen-Konkurrenzen in Baku werden jeweils nach dem gleichen Modus ausgetragen. Für Deutschland spielen die Europameisterinnen Han Ying (Tarnobrzeg, Polen), Petrissa Solja und Shan Xiaona (beide Berlin) in der Mannschaft. Das Einzel-Turnier bestreiten Han und Solja. Han Ying ist als Weltranglisten-Zehnte die Nummer eins der Setzliste von Baku.

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