UNVERHOFFTE BIG POINTS FÜR SAARBRÜCKEN



Der 1. FC Saarbrücken TT schlägt am 15. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) Tabellenführer Borussia Düsseldorf und sammelt unverhofft wichtige Punkte, während die TTF Liebherr Ochsenhausen überraschend stolpern. Der SV Werder Bremen profitiert. Damit bleibt das Rennen um die Play-offs weiter völlig offen.

Stefan Fegerl

Die tragische Figur gegen Saarbrücken: Stefan Fegerl (Foto: BeLa Sportfoto)

Unverhofft kommt oft – und im Falle des 1. FC Saarbrücken TT genau zu rechten Zeit. Denn ausgerechnet gegen den bis dato so souveränen Tabellenführer Borussia Düsseldorf, der ohne Topstar Timo Boll nach Saarbrücken reiste, feiern die Saarländer am 15. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) zwei enorm wichtige Punkte im Kampf um die Play-off-Plätze. Doch nach dem Auftakteinzel sah es danach erst einmal nicht aus. Denn Kristian Karlsson brachte die Gäste gegen Bojan Tokic zunächst in Führung. „Mit meinem Spiel kann ich zufrieden sein“, fand der Schwede. „Aber Stefan hatte heute mit seinen zwei knappen Niederlagen natürlich Pech.“ Womit Karlsson Recht hatte. Denn Stefan Fegerl klebte an diesem Sonntagnachmittag einmal mehr das Pech am Schläger. Nachdem er gegen Patrick Franziska erst im fünften Satz verlor, ereilte den Österreicher nach der erneuten Saarbrücker Führung durch Tiago Apolonia im Spitzeneinzel gegen Tokic das gleiche Schicksal. Dabei drehte Fegerl im vierten Satz zunächst einen 1:5-Rückstand und führte im fünften gar mit 7:2. „Das waren zwei sehr entscheidende Spiele“, analysierte Franziska. „Wir hatten das Glück heute auf unserer Seite und sind froh, die Punkte mitzunehmen.“

Einen überraschenden Rückschlag im Kampf um die Play-offs mussten dagegen die TTF Liebherr Ochsenhausen hinnehmen. Denn gegen den ASV Grünwettersbach verloren die Oberschwaben trotz der Rückkehr ihrer lange verletzten Nummer eins Simon Gauzy mit 1:3 – was vor allem an Masataka Morizono lag. Der quirlige Japaner schlug zum Auftakt zunächst Gauzy, dem im vierten Satz die Kraft ausging, und hatte dann im Spitzeneinzel gegen Hugo Calderano die besseren Nerven, als er im fünften Satz einen hohen Rückstand noch drehen konnte. Für TTF-Manager Daniel Zwickl geht die Welt deshalb allerdings nicht unter: „Es ist noch nichts verloren. Wir hatten einen super Run. Schon am Dienstag haben wir das nächste Spiel und werden weiter kämpfen.“ Zuvor hatte Calderano gegen Ricardo Walther für die Gäste ausgeglichen, Dang Qiu die Führung jedoch wieder hergestellt. „Mein großes Lob geht an Masa“, so Qiu, der neben seinem Teamkollegen auch die Stimmung im Grünwettersbacher Tischtenniszentrum lobte. „Das letzte Spiel gegen Calderano war unglaublich und Werbung für den Sport.“

Bremen profitiert

Bastian Steger

Durfte gleich zweimal jubelen: Bastian Steger (Foto: Walden)

Von Ochsenhausens Ausrutscher konnte der SV Werder Bremen an diesem Sonntagnachmittag unmittelbar profitieren. Durch ein 3:1 gegen Verfolger Post SV Mühlhausen trennt die Hanseaten nach dem ersten Sieg nach drei Niederlagen in Folge nun nur noch das schlechtere Spielverhältnis von Tabellenplatz Nummer vier. Bis es jedoch soweit war, hatten Bastian Steger und Co. eine Menge Arbeit zu verrichten. Sowohl Bremens Nummer eins als auch Hunor Szöcs gewannen ihre Einzel erst im fünften Satz; Steger gegen Daniel Habesohn, der Rumäne Szöcs gegen seinen Landsmann Ovidiu Ionescu. Mühlhausens Lubomir Jancarik machte die Begegnung anschließend noch einmal spannend. „Ich bin froh, gegen einen solch guten Spieler wie Omar Assar gewonnen zu haben. Am Endergebnis ändert das leider jedoch nichts“, so der Tscheche, für dessen Team die Play-offs damit endgültig außer Reichweite sein dürften. Bremen dagegen ist dank Steger, der auch sein zweites Einzel gegen Ionescu gewann, wieder voll im Rennen. „Das war ein wichtiges Spiel heute“, wusste Szöcs den Sieg entsprechend einzuordnen. „Jetzt müssen wir weiter für die Play-off-Plätze kämpfen.“

Anders als seine Konkurrenten feierte der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gegen Tabellenschlusslicht TTC Zugbrücke Grenzau nicht mehr als einen weiteren Pflichtsieg, hatte dabei jedoch größere Mühe als erwartet. „0:3 gegen den Tabellenzweiten hört sich klar an, aber wer das Spiel gesehen hat, wird einen angenehmen Nachmittag gehabt haben“, fand daher auch Grenzaus Trainer Dirk Wagner, dessen Team sich ordentlich verkaufte. „Im Gegensatz zum Hinspiel haben wir heute sehr, sehr gutes Tischtennis gespielt.“ Zum Beispiel Constantin Cioti, der gegen Jonathan Groth drauf und dran war, ein weiteres Einzel zu erzwingen, jedoch in der Verlängerung des Entscheidungssatzes unterlag. Zuvor hatte sich bereits Kirill Gerassimenko knapp gegen Ruwen Filus geschlagen geben müssen, auch Jörg Schlichter unterlag trotz guter Leistung dem gebürtigen Chinesen Wang Xi. „Wir sind sehr froh, diese beiden Punkte geholt zu haben. Gerade das dritte Spiel war wirklich sehr knapp“, musste Filus zugeben.

Benedikt Duda

Matchwinner in Unterfranken: Benedikt Duda (Foto: Braun)

TSV mit schöner Geste

In der anderen Hälfte der Tabelle scheint die Saison für den TTC Schwalbe Bergneustadt doch noch ein versöhnliches Ende nehmen zu wollen. Nach dem klaren 3:0-Heimsieg gegen Grünwettersbach am vergangenen Sonntag legten Benedikt Duda und Co. am heutigen Sonntag gleich nach und schlugen den TSV Bad Königshofen mit 3:1. Doch der Aufsteiger wehrte sich nach Kräften. Auch in Person von Christoph Schüller: Als Dank für seine Leistungen, die im Sommer im Aufstieg ins Oberhaus gipfelten, kam der 25 Jahre alte Bayernliga-Spieler des TSV gegen Alvaro Robles zu seinem TTBL-Debüt – und seinem ersten und wohl letzten Satzgewinn in Deutschlands höchster Spielklasse. „Grandios, dass es mir der Verein ermöglicht hat, einmal 1. Liga zu spielen“, freute sich Schüller. „Vor allem vor diesem Publikum. Ein unglaubliches Erlebnis!“ Sportlich war Schüllers 1:3-Niederlage allerdings die Vorentscheidung zugunsten der Gäste. Duda hatte zuvor nach einem 0:2-Rückstand gegen Darko Jorgic die 1:0-Führung Bad Königshofens doch noch ausgeglichen und sorgte im Spitzeneinzel nach Schüllers Auftritt mit seinem zweiten Punkt – diesmal gegen Mizuki Oikawa – für die Entscheidung.

Die ersten vier Partien des 16. Spieltags finden wegen des anstehenden Team World Cups in London (22. bis 25. Februar) bereits am Dienstagabend statt. Der Post SV Mühlhausen und der 1. FC Saarbrücken TT beschießen den Spieltag dann am kommenden Sonntag.

Alle Partien des 15. Spieltags in voller Länge sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 15. Spieltag in der Übersicht

TTC Zugbrücke Grenzau – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 0:3
Kirill Gerassimenko – Ruwen Filus 1:3 (6:11, 9:11, 12:10, 9:11)
Jörg Schlichter – Wang Xi 1:3 (6:11, 11:5, 6:11, 2:11)
Constantin Cioti – Jonathan Groth 2:3 (2:11, 11:9, 11:9, 7:11, 10:12)

TSV Bad Königshofen – TTC Schwalbe Bergneustadt 1:3
Mizuki Oikawa – Kamal Achanta 3:1 (11:7, 11:7, 7:11, 11:9)
Darko Jorgic – Benedikt Duda 2:3 (11:6, 11:9, 4:11, 4:11, 5:11)
Christoph Schüller – Alvaro Robles 1:3 (5:11, 8:11, 11:8, 5:11)
Mizuki Oikawa – Benedikt Duda 1:3 (11:9, 6:11, 7:11, 8:11)

ASV Grünwettersbach – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1
Masataka Morizono – Simon Gauzy 3:1 (12:10, 12:10, 6:11, 11:2)
Ricardo Walther – Hugo Calderano 0:3 (7:11, 12:14, 9:11)
Dang Qiu – Joao Geraldo 3:2 (11:9, 5:11, 8:11, 11:5, 11:6)
Masataka Morizono – Hugo Calderano 3:2 (11:6, 8:11, 5:11, 11:9, 11:9)

1. FC Saarbrücken TT – Borussia Düsseldorf 3:1
Bojan Tokic – Kristian Karlsson 1:3 (6:11, 6:11, 11:5, 7:11)
Patrick Franziska – Stefan Fegerl 3:2 (13:11, 7:11, 13:11, 7:11, 11:7) 
Tiago Apolonia – Anton Källberg 3:0 (11:3, 11:9, 13:11)
Bojan Tokic – Stefan Fegerl 3:2 (8:11, 11:7, 11:8, 8:11, 11:9)

SV Werder Bremen – Post SV Mühlhausen 3:1
Bastian Steger – Daniel Habesohn 3:2 (5:11, 11:2, 11:5, 7:11, 17:15)
Hunor Szöcs – Ovidiu Ionescu 3:2 (11:9, 14:16, 7:11, 11:9, 11:6)
Omar Assar – Lubomir Jancarik 1:3 (7:11, 11:8, 9:11, 4:11)
Bastian Steger – Ovidiu Ionescu 3:1 (7:11, 11:4, 11:6, 11:9)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto