VORRUNDE DER ÜBERRASCHUNGEN



Mit dem 9. Spieltag ging am vergangenen Sonntag die Vorrunde der Tischtennis Bundesliga (TTBL) zu Ende. Positiv hervorgetan haben sich in der ersten Hälfte der Saison neben dem Aufsteiger TSV Bad Königshofen zwei weitere Teams. Ein Rückblick.

Ovidiu Ionescu

Hatte häufig Grund zum Jubeln: Ovidiu Ionescu (Foto: BeLa Sportfoto)

Die Vorrunde der Tischtennis Bundesliga (TTBL) war vor allem eines: ungemein spannend. Vor dem 9. Spieltag, der am vergangenen Sonntag mit einem weiteren Überraschungserfolg des Aufsteigers TSV Bad Königshofen zu Ende ging, lagen hinter Tabellenführer Borussia Düsseldorf gleich vier Teams gleichauf. Womit wir bei der ersten großen Überraschung der Hinserie angelangt sind. Denn zu den Mannschaften mit guten Chancen auf die Play-offs gehört weiterhin der Post SV Mühlhausen – auch wenn es zuletzt drei Niederlagen in Folge setzte. 

Im Sommer mit eher bescheidenen Ambitionen in die Saison gestartet, spielten sich die Thüringer unter ihrem neuen Trainer Erik Schreyer speziell vor eigenem Publikum in einen Rausch: 3:0 gegen Ochsenhausen, 3:0 gegen Fulda und 3:0 gegen Bremen. Bis zum 8. Spieltag dauerte es, ehe der Post SV zuhause überhaupt einen Satz abgeben musste. In den USA – offiziell ein Heimspiel – unterlag Mühlhausen mit 1:3. Am Kristanplatz lebt der Nimbus damit weiter. Auswärts lief es dagegen zuletzt eher mittelprächtig, es folgte der Absturz auf Rang fünf, ausgerechnet nach einer Niederlage gegen Aufsteiger Bad Königshofen. „Wir sind natürlich mit ganz anderen Erwartungen angereist und sind dementsprechend enttäuscht“, gab Schreyer anschließend zu und schob hinterher: „Allerdings schwimmen die Spieler des TSV im Moment auf einer unglaublichen Euphoriewelle.“

Favoritenschreck Bad Königshofen

Bastian Steger

Es läuft wieder für Bremen: Bastian Steger (Foto: Walden)

Eine Euphoriewelle, die mit dem sensationellen Erfolg bei Rekordmeister und Tabellenführer Borussia Düsseldorf am 8. Spieltag ihren Anfang genommen hatte. Mit 3:2 bezwang der Aufsteiger aus Unterfranken die große Borussia – und ließ Andy Albert nach Worten ringen. „Ich muss mich erst mal wieder runterkühlen. Das war Stress pur, mein Kopf glüht“, so der TSV-Manager. Am vergangenen Sonntag folgte dann der nächste Favoritensturz. Bad Königshofen schlug die bis dahin zweitplatzierten Mühlhäuser mit 3:1 und beendet die Vorrunde so auf einem respektablen 8. Platz. Zu verdanken hat der Aufsteiger diesen Erfolg vor allem seinem jüngsten Akteur, der sich in der Spielerrangliste bereits auf Platz fünf vorgeschoben hat. Der Slowene Darko Jorgic ist mit gerade einmal 19 Jahren das Gesicht der jüngsten TSV-Erfolge und gewann neun seiner bisher 13 Einzelpartien. Er selbst sagt dazu nur: „Wenn der Kopf stimmt, spielst du auch gut.“

Bremen überzeugt als Team

Zu stimmen schien in der Hinrunde auch beim SV Werder Bremen sehr viel. Das war in den letzten Jahren nicht immer so. Seit 2013, als die Norddeutschen die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft feierten, wollte sich der Erfolg einfach nicht mehr einstellen. Nun ist die Mannschaft von Trainer Cristian Tamas auf dem besten Weg, dies zu ändern. Der knappe 3:2-Erfolg gegen den ASV Grünwettersbach am Sonntag war bereits der vierte Sieg in Folge und bescherte Bremen den zweiten Tabellenplatz – ganz zur Freude des Trainers: „Jetzt müssen wir in Bad Königshofen noch einmal 100% geben. Dann haben wir uns eine kurze Pause verdient. Es wäre natürlich toll, wenn wir die Pause auf Platz zwei der Tabelle begehen könnten.“ Der Schlüssel zum Erfolg war gegen den ASV einmal mehr die starke Mannschaftsleistung der Bremer, die anders als in den Vorjahren nicht mehr nur von Spitzenspieler Bastian Steger abhängig sind. Auch Hunor Szöcs und Neuzugang Omar können zuverlässig punkten, wenn es darauf ankommt.

Am kommenden Sonntag beginnt mit dem 10. Spieltag bereits die Rückrunde. Eine ausführliche Vorschau hierauf erscheint am morgigen Donnerstag.