WEIßE WESTE, FINALSERIE UND ANGSTGEGNER: ZAHLEN ZU DEN HALBFINALS



Die Halbfinals der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nahen, am Mittwoch und Donnerstag kämpfen der 1. FC Saarbrücken TT und der SV Werder Bremen beziehungsweise Borussia Düsseldorf und die TTF Liebherr Ochsenhausen (jeweils ab 13 Uhr live im Free-TV auf Eurosport und im Stream auf Sportdeutschland.TV) um den Sprung ins Liebherr TTBL-Finale am Sonntag, 14. Juni. Ehe die Spiele beginnen, präsentieren wir ein paar Zahlen rund um die Halbfinal-Begegnungen.

Shang Kun

Shang Kun führte den 1. FC Saarbrücken TT mit einer 20:4-Bilanz in die Play-offs, gegen Timo Boll musste sich allerdings auch der Chinese mit 2:3 geschlagen geben. (Foto: BeLa Sportfoto)

0 – Nicht ein einziges Einzel hat Timo Boll im Laufe der Hauptrunde abgeben müssen, damit ist der Superstar von Borussia Düsseldorf der einzige Akteur der Tischtennis Bundesliga (TTBL) mit Weißer Weste. 16 Siege holte Boll im Laufe der Hauptrunde, vergleichsweise eng wurde es bei den 3:2-Erfolgen gegen Steffen Mengel, Dang Qiu, Shang Kun und Hugo Calderano. Im Pokal dagegen gab es auch für Boll eine Niederlage beim 0:3 gegen Mattias Falck. Gegen den Vize-Weltmeister vom SV Werder Bremen könnte es im Liebherr TTBL-Finale zum Wiedersehen kommen.

– Keiner war besser als der 1. FC Saarbrücken TT: Die Saarländer schlossen die Hauptrunde mit 34:8 Punkten ab und setzten sich damit auf Platz eins der Tabelle. Zwar feierte auch Düsseldorf 17 Siege, der FCS aber hatte in Sachen Spielverhältnis – 57:24 gegenüber 56:26 – die Nase vorn. Bezwungen wurde Saarbrücken in der Liga im bisherigen Saisonverlauf lediglich vom TTC Neu-Ulm (2:3), Borussia Düsseldorf (1:3) sowie zweimal dem SV Werder Bremen (2:3, 1:3) – und damit dem Halbfinal-Gegner am Mittwoch.

– Zweimal besiegte nur eine Mannschaft den 1. FC Saarbrücken TT: Der SV Werder Bremen setzte sich im Laufe der Hauptrunde mit 3:2 und 3:1 durch und wurde damit zum Angstgegner des FCS. Im November hatten Marcelo Aguirre und Mattias Falck (jeweils 3:2 gegen Patrick Franziska) sowie das Doppel Marcelo Aguirre/Hunor Szöcs (3:0 gegen Shang Kun/Tomas Polansky) für den Sieg gesorgt, im Februar waren es Falck (3:0 gegen Cristian Pletea und 3:2 gegen Shang Kun) und Kirill Gerassimenko (3:2 gegen Franziska). Im Halbfinale kommt es nun zum Wiedersehen, und der SVW dürfte mit einer Menge Selbstvertrauen an den Tisch gehen.

3 – Zweimal in Folge standen die TTF Liebherr Ochsenhausen im Liebherr TTBL-Finale, am Donnerstag wollen sie nun im Duell mit Borussia Düsseldorf die dritte Teilnahme in Serie wahrmachen. Nachdem die Oberschwaben dem Rekordmeister im Endspiel 2018 mit 1:3 unterlegen waren, holten sie im vergangenen Jahr durch ein 3:0 gegen den 1. FC Saarbrücken TT den Titel. Seit der Endspiel-Niederlage übrigens mauserte sich Ochsenhausen zudem zum Düsseldorfer Angstgegner, vier der jüngsten fünf Vergleiche gingen an die TTF.

17 – 17 Siege gab es für den 1. FC Saarbrücken TT und für Borussia Düsseldorf aus jeweils 21 Mannschaftskämpfen in der Hauptrunde. Niederlagen setzte es für beide Teams jeweils einmal im direkten Duell. Die beiden weiteren Play-off-Teilnehmer holten jeweils 15 Siege, der fünfplatzierte Post SV Mühlhausen schloss die Saison mit 13 Erfolgen ab.

20 – Shang Kun beendete die Hauptrunde mit einer 20:4-Bilanz und war damit in seiner ersten TTBL-Saison gleich Erfolgsfaktor des 1. FC Saarbrücken TT. Lediglich Paul Drinkhall (2:3), Jakub Dyjas (0:3), Timo Boll (2:3) und Mattias Falck (2:3) brachten dem Chinesen im Saisonverlauf bislang eine Niederlage bei. Mehr Siege als Shang verbuchten übrigens nur zwei Spieler, die zugleich aber auch öfter unterlagen: Tiago Apolonia (21:6) und Mattias Falck (23:10).

Mattias Falck

Zu den Erfolgsfaktoren beim SV Werder Bremen gehörte Mattias Falck – kein Spieler trat im Laufe der Hauptrunde öfter zum Einzel an den Tisch als der Schwede. (Foto: BeLa Sportfoto)

33  Öfter als Mattias Falck trat im Laufe der Hauptrunde kein Spieler zum Einzel an Tisch. 33 Duelle bestritt der Schwede für den SV Werder Bremen und ging daraus 23-mal siegreich hervor, womit er auf Rang vier der TTBL-Spielerrangliste landete. Etwas weniger häufig gefordert waren Bastian Steger mit 32 Einsätzen (20:12) und Benedikt Duda mit 31 (20:11).

45 – Das Halbfinal-Duell mit Borussia Düsseldorf wird das 45. TTBL-Spiel von Dmitrij Mazunov als Trainer der TTF Liebherr Ochsenhausen. 34 der bisherigen 44 Duelle gewannen die Oberschwaben unter seiner Leitung. Sollte sich Ochsenhausen am Donnerstag ebenfalls durchsetzen, kommt es am Sonntag im Liebherr TTBL-Finale zu Mazunovs 46. Partie – die zugleich seine letzte wird. Der 49-Jährige wechselt zur kommenden Saison zum TTC Neu-Ulm, in Ochsenhausen übernimmt Yong Fu.

50 – Eine 50:50-Angelegenheit erwartet Dmitrij Mazunov sowohl für das Duell seiner TTF Liebherr Ochsenhausen mit Borussia Düsseldorf am Donnerstag als auch in einem möglichen Finale, egal ob gegen den 1. FC Saarbrücken TT oder den SV Werder Bremen. Oder, anders ausgedrückt: Mazunov sieht alle vier Play-off-Teilnehmer untereinander auf Augenhöhe.

57 – 57 Spiele entschied der 1. FC Saarbrücken TT im Laufe der Hauptrunde für sich, mehr als jeder andere Verein. Zudem kassierte der FCS so wenige Niederlagen wie keine andere Mannschaft, nämlich nur 24. Auf den Plätzen folgen in dieser Disziplin die Play-off-Teilnehmer Düsseldorf (56 Siege), Ochsenhausen (53) und Bremen (51). Kurios wird es auf Platz acht: Der TTC Neu-Ulm entschied im Saisonverlauf zwar neun Spiele mehr für sich als der ASV Grünwettersbach, gewann damit aber trotzdem einen Mannschaftskampf weniger als die Badener.

84 – Insgesamt 84 Spiele bestritten die Spieler des SV Werder Bremen im Laufe der Hauptrunde und damit mehr als die Akteure der anderen drei Play-off-Teilnehmer Saarbrücken (81), Düsseldorf (82) und Ochsenhausen (82). Die Hanseaten nämlich mussten besonders oft ins Schlussdoppel und trumpften in dieser Disziplin groß auf: In sechs von sieben Fällen entschied Bremen den Mannschaftskampf im Doppel für sich. Kein Wunder also, dass Werder mit Hunor Szöcs/Marcelo Aguirre das erfolgreichste Duo (4:0) stellt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wird in den Halbfinals und im Liebherr TTBL-Finale das Doppel allerdings ausgesetzt. Noch mehr Spiele als Bremen bestritten der TTC Neu-Ulm (92), der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (86) und der TTC Schwalbe Bergneustadt (85).

 

Das Saison-Finale in der Übersicht

Halbfinals

Mittwoch, 10. Juni 2020, 13 Uhr: 1. FC Saarbrücken TT – SV Werder Bremen

Donnerstag, 11. Juni 2020, 13 Uhr: Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen

Liebherr TTBL-Finale

Sonntag, 14. Juni 2020, 14 Uhr: Gewinner Halbfinale 1 – Gewinner Halbfinale 2

Alle Spiele gibt es live im Free-TV auf Eurosport sowie im Stream bei Sportdeutschland.TV!

 

Beitragsbild oben: Timo Boll (Foto: Hansruedi Lüthi)