ZWICKL: „HABEN ALLES VERSUCHT“



Im Endspiel des Liebherr Pokal-Finales 2017/18 waren die TTF Liebherr Ochsenhausen am vergangenen Samstag lediglich Zuschauer. Ohne ihren verletzten Spitzenspieler Simon Gauzy unterlagen die Oberschwaben im Halbfinale dem 1. FC Saarbrücken TT. Dabei waren die Erwartungen hoch. Wir haben nach dem Halbfinale mit Sportmanager Daniel Zwickl gesprochen. 

Ihren ersten Auftritt beim Liebherr Pokal-Finale in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm hatten sich die TTF Liebherr Ochsenhausen sicherlich anders vorgestellt. Doch ausgerechnet vor dem großen Saisonhighlight fiel Spitzenspieler Simon Gauzy mit einer hartnäckigen Rückenverletzung aus. Ein bis zwei Wochen werde es noch dauern, hieß es. Ochsenhausen verlor das Halbfinale gegen den 1. FC Saarbrücken TT am vergangenen Samstagmittag vor rund 3.900 Zuschauern mit 1:3 und das Event war für die Lokalmatadore bereits beendet. 

Jakub Dyjas

Hatte die Führung auf dem Schläger: Jakub Dyjas (Foto: BeLa Sportfoto)

Dyjas vergibt Führung

„Die Enttäuschung ist natürlich da“, sagte TTF-Sportmanager Daniel Zwickl unmittelbar nach der Partie. „Allerdings waren wir erstens froh, überhaupt dabei zu sein. Dafür haben wir hart gearbeitet. Und zweitens haben wir gewusst, dass es ohne Simon, ohne unsere Nummer eins schwierig wird. Wir haben trotzdem alles versucht.“ Viel habe nicht gefehlt. Beispielsweise im Auftakteinzel: Im Duell mit Tiago Apolonia führte Jakub Dyjas bereits mit 2:1 Sätzen und lag im dritten Durchgang mit 9:5 in Führung. Doch das Spiel gewann der Saarbrücker. „Mit ein wenig mehr Erfahrung gewinnt Jakub. Dann führen wir 1:0 und die gesamte Dynamik der Partie ist eine andere“, haderte Zwickl, der seinem Schützling dennoch keinen Vorwurf machen wollte. „Jakubs Problem ist derzeit der Kopf“, sagte der Ungar und Olympiateilnehmer von 2008 und erinnerte an Dyjas’ Erfolge aus dem Jahr 2016 – und das, was danach passierte.

Bei den Europameisterschaften in Budapest schlug der heute 22-Jährige in der zweiten Runde den damaligen Titelverteidiger Dimitrij Ovtcharov und gewann am Ende sensationell Bronze. Im Doppel scheiterte er an der Seite seines Landsmanns Daniel Gorak erst im Finale an Patrick Franziska und Jonathan Groth. Auch in der Liga lief es blendend. Mit einer Bilanz von 11:4 gehörte Dyjas nach dem Ende der Hauptrunde zu den fünf besten Spielern der Liga. „Doch dann ist er in ein Loch gefallen und war anschließend verletzt“, berichtet Zwickl. „Das ist eine neue Situation für ihn. Zuvor ging es für ihn immer nur bergauf. Interessant wird es allerdings erst, wenn du mal eine Krise hast. Dann stellt sich die Frage, wie du damit umgehst.“ In den wichtigen Spielen reiche es bei Jakub derzeit eben noch nicht. „Von daher war sein Spiel gegen Apolonia okay. Der Junge ist erst 22. Tiago hat bereits tausende solcher Spiele bestritten.“

Calderano will, kann aber nicht

Den Platz des verletzten Simon Gauzy nahm am Samstag Hugo Calderano ein. Vielmehr: sollte ihn einnehmen. Und wollte. „Ich habe bei Hugo gemerkt, dass er will“, so Zwickl. „Er möchte die Führungsrolle annehmen, hat aber schlicht und ergreifend noch nicht genügend Erfahrung.“ Und so verlor der gebürtige Brasilianer, der auch einen portugiesischen Pass besitzt, erst die zweite Partie gegen Patrick Franziska und anschließend auch das Spitzeneinzel gegen Apolonia. „Auf Hugo lastete viel Druck, das hat man ihm angemerkt“, fand Zwickl. „Doch wir kennen sein Potential und haben nach wie vor großes Vertrauen in ihn.“

Trotz aller Enttäuschung zog Zwickl ein positives Fazit und blickte bereits nach vorne: „Das Final Four war ein Super-Event. Fantastisch, dabei zu sein, fantastisch organisiert, fantastische Fans – das sollte Motivation genug sein, wieder hierher zu kommen. Und je häufiger wir hier sein werden, desto größer werden unsere Chancen, zu gewinnen.“

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto