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„Ein Traum in Erfüllung gegangen“



Zurück in Deutschland war Patrick Franziska erst deutlich später als geplant. Seinen Flug habe er kurzfristig umbuchen müssen, weil er nicht damit gerechnet habe, ins Finale zu kommen, erzählt der 24-Jährige, der am Sonntagnachmittag in Budapest gemeinsam mit Jonathan Groth Europameister im Doppel wurde. Wir haben mit Saarbrückens Neuzugang gesprochen.

Herr Franziska, in Ihrem Wikipedia-Artikel steht seit Sonntagabend: „2016 wurde er Europameister im Doppel.“ Haben Sie dort erst einmal nachlesen müssen, ob das Ganze am Sonntag in Budapest auch wirklich passiert ist?

Patrick Franziska: Tatsächlich fängt es erst heute [Montag, Anm. d. Red.] an, so ein bisschen durchzusickern, was uns da gelungen ist. Am Sonntag war es für uns beide noch nicht wirklich real. Immerhin ist für Jonathan und mich in Budapest ein Traum in Erfüllung gegangen. Wir wussten zwar, dass es bei uns beiden gut zusammenpasst, hätten aber nicht gedacht, dass es so weit gehen kann.

Ein gutes Team: Patrick Franziska und Jonathan Groth (Foto: ITTF)

Ein gutes Team: Patrick Franziska und Jonathan Groth (Foto: ITTF)

Was macht das Zusammenspiel mit Jonathan Groth aus? Warum harmonieren Sie beide so gut?

Franziska: Wir kennen uns schon sehr lange und haben während unserer gemeinsamen Zeit in Fulda sogar zusammen gewohnt. Wir verstehen uns deshalb auch abseits des Tisches einfach sehr gut. Sportlich kommt uns zu Gute, dass Jonathan Linkshänder ist und wir aufgrund der Rechts-Links-Kombination im Aufschlag-Rückschlag-Spiel Vorteile haben. Dazu kommt, dass wir uns so gut kennen, dass wir genau wissen, wie sich der Partner bewegt.

Auch wenn es im Einzel sicher nicht ganz optimal für Sie lief – in der Bundesliga haben Sie einen guten Start hingelegt und jetzt in Budapest EM-Gold geholt. Hat Ihnen der Wechsel nach Saarbrücken gut getan?

Franziska: Seit Olympia bin ich insgesamt viel stabiler geworden, was daran liegt, dass ich im Sommer hart trainiert und eine gute Vorbereitung gemacht habe. Das zahlt sich jetzt eben aus. Bei der EM war im Einzel sicher mehr drin, das stimmt schon. Allerdings hatte ich in der 2. Runde mit Emmanuel Lebesson [dem späteren Europameister, Anm. d. Red] auch einen Gegner, der nur schwer beziehungsweise in Budapest überhaupt nicht zu schlagen war. Deshalb habe ich mich im Doppel auch noch mal voll reingehängt.

Herr Franziska, vielen Dank für das Gespräch!

Beitragsbild oben: ITTF