IMMER WIEDER BOLL: DAS WAREN DIE EUROPEAN GAMES



Zahlreiche Medaillen hat es für Spieler aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL) bei den European Games gegeben. Besonders erfolgreich schnitt im weißrussischen Minsk das Team Deutschland um Timo Boll ab, das sich die maximale Anzahl an Startplätzen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sicherte.

Patrick Franziska, Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll

Gold und das Olympia-Ticket in der Tasche (von links): Patrick Franziska, Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll. (Foto: ITTF)

Immer wieder Timo Boll: Auch mit 38 Jahren dominiert der Altmeister von Borussia Düsseldorf die europäische Konkurrenz – und das selbst mit angeschlagener Fitness. Von Oberschenkelproblemen berichtete Boll nach dem Finale des Einzel-Wettbewerbs gegen Jonathan Groth (UMMC Jekaterinburg). „Natürlich bin ich zufrieden, aber die Art und Weise wie ich gespielt habe, war schon sehr seltsam. Ich hatte schon beim Einspielen einen Krampf, am Anfang vom Match hat der Oberschenkel dann zugemacht“, sagte er bei Sport1. Das allerdings hinderte ihn nicht, sich mit einem 4:2-Sieg die Goldmedaille zu sichern.

Dabei hatte Boll eine schwere Auslosung erwischt und sich bereits im Viertelfinale mit seinem Dauerrivalen Vladimir Samsonov messen müssen. Gegen den weißrussischen Fahnenträger setzte er sich 4:1 durch, um anschließend seinen TTBL-Konkurrenten Tomislav Pucar vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 4:1 zu besiegen und im Finale dann den Ex-Maberzeller Groth. Im Spiel um Bronze setzte sich Pucar 4:1 gegen Kou Lei durch, der Kroate hat damit ebenfalls ein Ticket für Tokio erkämpft.

Maximale Startplätze für Tokio

Gold gab es für Boll auch im anschließenden Teamwettbewerb. Mit Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska setzte er sich gegen Rumänien, Portugal und im Finale gegen Schweden jeweils mit 3:0 durch. Bei den Skandinaviern musste sich Bolls Düsseldorfer Vereinskollege Kristian Karlsson mit Silber begnügen, ebenso Mattias Falck, der in der kommenden Saison für den SV Werder Bremen spielt. Bronze ging an Portugal, das unter anderen mit Tiago Apolonia (TTC Neu-Ulm) angetreten war; Platz vier an Dänemark mit Tobias Rasmussen, der in der kommenden Saison für den ASV Grünwettersbach spielt, und Anders Lind vom TTC Zugbrücke Grenzau.

Mattias Falck

Mattias Falck holte Silber mit dem Team Schweden. (Foto: ITTF)

Da sich im Mixed-Wettbewerb zudem Patrick Franziska/Petrissa Solja behaupteten – für Ovidiu Ionescu vom Post SV Mühlhausen und seine Partnerin Bernadette Szöcs gab es Silber – und auch das Frauen-Team Gold holte, hat das Team Deutschland bereits die maximal mögliche Anzahl an Olympia-Tickets gebucht. Ein „herausragendes Ergebnis“ nannte dies Richard Prause, Sportdirektor beim Deutschen Tischtennis-Bund: „Ziel war der Gewinn der Mannschaftstitel mit den damit verbundenen Plätzen für Tokio. Der zusätzliche Gewinn des Startplatzes im Mixed durch Petrissa Solja und Patrick Franziska ist etwas sehr Wertvolles.“

Falck und Gauzy raus in Runde drei

Weniger erfolgreich war dagegen der Einzelwettbewerb für den einen oder anderen als Medaillenkandidat gehandelten TTBL-Spieler verlaufen. Der hinter Boll an Position zwei gesetzte Mattias Falck etwa schied bereits in der Runde der letzten 32 aus. Der Vizeweltmeister und kommende Werder-Spitzenspieler unterlag 0:4 gegen Alexander Shibaev. Simon Gauzy, in der vergangenen Saison Doublegewinner mit den TTF Liebherr Ochsenhausen, unterlag beim 3:4 gegen Andrej Gaćina ebenfalls in Runde drei. Selbiges gilt für Daniel Habesohn vom Post SV Mühlhausen, der gegen den langjährigen TTBL-Spieler Bojan Tokič 0:4 verlor.

 

Beitragsfoto oben: ITTF