LIEBHERR TTBL-FINALE AM SONNTAG: REKORDMEISTER DÜSSELDORF FORDERT TITELVERTEIDIGER SAARBRÜCKEN



Nach zwei Spielzeiten ohne Meisterschaft greift Borussia Düsseldorf wieder nach dem Titel, am Sonntag kommt es im Liebherr TTBL-Finale zum Showdown in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gegen den 1. FC Saarbrücken TT. Der Titelverteidiger aber startet selbstbewusst, schließlich ist der FCS eines von nur zwei Teams, dem in der laufenden Saison ein Sieg gegen den Rekordmeister gelang.

Timo Boll

Timo Boll und Co. triumphierten zuletzt 2018 in der TTBL – am Sonntag soll die Durststrecke enden. (Foto: BeLa Sportfoto)

Borussia Düsseldorf hat das Triple im Visier: Nach den Triumphen in Champions League und Deutschem Tischtennis-Pokal greift der Rekordmeister nun auch in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nach dem Titel. Nur ein Sieg trennt Düsseldorf noch von der perfekten Saison – es wäre die vierte der Vereinsgeschichte nach 2010, 2011 und 2018. Mit dem Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken TT wartet am 6. Juni ab 10.45 Uhr (live im Stream auf sportschau.de und zdfsport.de) aber eine harte Nuss auf Timo Boll und Co. „Wir brauchen auf jeden Fall einen perfekten Tag, um sie schlagen zu können“, sagt der Borussia-Superstar über das Duell mit dem amtierenden Meister.

Der FCS schließlich ist eine von nur zwei Mannschaften, der in der laufenden Saison ein Sieg gegen Düsseldorf gelang. Im vergangenen November setzte sich Saarbrücken in der TTBL-Hauptrunde mit 3:0 durch. Die Bilanz der Borussia mit 32 Siegen aus wettbewerbsübergreifend 34 Spielen wird dadurch aber nur minimal getrübt. „Die Borussia ist bislang in dieser Saison das Maß aller Dinge. Die Mannschaft hat durch die Bank sehr konstant gespielt“, anerkennt Saarbrückens Patrick Franziska. Das hat auch schon der FCS schmerzhaft zu spüren bekommen: Im Champions-League-Finale unterlagen Franziska und Co. mit 1:3 gegen die Borussia. Im Final-Wiedersehen in der Helmut-Körnig-Halle soll es nun aber klappen mit dem Titel.

Franziska: „Müssen die richtige Einstellung zeigen“

„Für uns wird es wichtig, dass wir wieder den Kampfgeist an den Tag legen, der uns zuletzt in den Halbfinals gegen Ochsenhausen ausgezeichnet hat. Wir müssen die richtige Einstellung zeigen und alles in dieses Spiel reinlegen“, erklärt Franziska. In den Play-offs gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen, in der Wiederauflage des Vorjahres-Finals also, hatte sich Saarbrücken zweimal eindrucksvoll zurückgekämpft. Am Ende standen zwei 3:2-Siege für den amtierenden Meister – und damit der dritte Einzug in das Liebherr TTBL-Finale in Folge.

Düsseldorf hingegen hatten die Fans zuletzt vergeblich gesucht im Endspiel um die Deutsche Mannschafts¬meisterschaft. Nach sechs Titeln in Folge zwischen 2013 und 2018 scheiterten Boll und Co. in den vergangenen beiden Jahren jeweils im Halbfinale. Umso motivierter ist das Team, nun wieder ganz oben zu stehen. „Wir wollen den Deutschen Meisterpokal wieder zurück nach Düsseldorf holen“, stellt Manager Andreas Preuß fest. Trainer Danny Heister meint: „Wir haben uns in dieser Saison viele interessante und heiße Duelle mit Saarbrücken geliefert. Nun freue ich mich auf diesen Showdown und hoffe sehr, dass wir das Triple holen.“

Patrick Franziska

Nach der ersten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte im vergangenen Jahr wollen Patrick Franziska und Co. nun erneut triumphieren. (Foto: BeLa Sportfoto)

Källberg und Jorgic in neuer Rolle

Im Halbfinale hat die Borussia den ASV Grünwettersbach zweimal mit 3:0 besiegt. In Topform präsentierte sich dabei erneut Anton Källberg. Der Schwede ist die Überraschung der Saison, mit einer Einzelbilanz von 27:2 sicherte er sich die Spitze der TTBL-Spielerrangliste. „Sicher einer der besten Europäer“ sei Källberg derzeit, lobt Teamkollege Boll. „Wir wussten vorher schon, welche Schläge er drauf hat, wie schnell er ist und welches Potenzial er hat. Endlich hat er das Selbstvertrauen und die Sicherheit, dieses auch ständig abzurufen.“

Saarbrücken also muss nicht nur Boll stoppen, wenn es erneut mit dem Titel klappen soll. Es wäre die zweite Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Dabei bot der FCS jüngst selbst einen Spieler auf Position eins auf, der dort vor Saisonbeginn nicht unbedingt zu erwarten gewesen war. Zuletzt spielte Darko Jorgic sogar im Halbfinale auf Position eins, bezwang dabei mit Hugo Calderano und Simon Gauzy zwei internationale Topstars und legte mit einer 20:7-Bilanz ebenfalls eine überzeugende Saison hin. 

Die Aufstellungen der Teams am Sonntag sind also völlig offen – so wie der Ausgang der gesamten Partie.

Live im Stream und TV

Da das Liebherr TTBL-Finale ein Teil des Multisportevents „Die Finals 2021 Berlin | Rhein Ruhr“ ist, findet der Showdown in der TTBL in diesem Jahr erstmals in Dortmund statt. Zuschauer in der Helmut-Körnig-Halle sind aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie nicht zugelassen. Dafür haben Sie die Möglichkeit, das Endspiel von zu Hause aus zu verfolgen: Das komplette Finale wird online im Live-Stream auf sportschau.de und auf zdfsport.de übertragen. Weitere zehn Live-Minuten des Liebherr TTBL-Finals zeigt die ARD um 11.15 Uhr im TV-Hauptprogramm, zudem ist eine 20-minütige Zusammenfassung am Sonntagmittag um 14.40 Uhr geplant.

Ehe die Entscheidung über die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft fällt, steht mit dem Finale der Champions Trophy ein weiteres Highlight an. Ab 8.45 Uhr spielen die Rollstuhl-Tischtennisspieler ihren klassenübergreifenden Meister aus, qualifiziert für das Endspiel sind Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle. Auch dieses Match gibt es live im Stream auf sportschau.de und zdfsport.de zu sehen, zudem ist eine zehnminütige Zusammenfassung um 10.45 Uhr in der ARD geplant.

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto