Mühlhausen-Coach Erik Schreyer: „Hängende Köpfe passen nicht zu uns“-header

Mühlhausen-Coach Erik Schreyer: „Hängende Köpfe passen nicht zu uns“



Ein Traumstart sieht anders aus: Champions-League-Teilnehmer Post SV Mühlhausen findet sich nach dem Saisonauftakt in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) durch Niederlagen bei Borussia Düsseldorf (0:3) und Werder Bremen (1:3) im Tabellenkeller wieder. Trainer Erik Schreyer spricht im Interview über Ursachen für den holprigen Saisoneinstieg seines Teams und die Gründe für seine Hoffnung auf eine nachdrückliche Leistungssteigerung wie in der vergangenen Spielzeit.

Erik Schreyer, nach zwei Runden stehen Sie in der Tischtennis Bundesliga mit dem Post SV Mühlhausen punktlos am Tabellenende. Nehmen Sie diese Situation in der TTBL nach den Anfangsproblemen in der vergangenen Saison als Deja-vu-Erlebnis wahr?

Wir sind diese Lage tatsächlich ja irgendwie schon gewohnt, aber natürlich wünscht man sich das so nicht. Durch die vergangene Saison wissen wir aber auch schon, wie schnell sich das Blatt wieder wenden kann und es auch nach einem holprigen Start nach oben gehen kann. Auch jetzt ist wie damals eine unserer größten Stärken, dass wir in unserer Mannschaft auch nach Niederlagen ein gutes Klima haben. Hängende Köpfe passen nicht zu uns und unserer Mentalität.

Was ist denn aus Ihrer Sicht in den ersten beiden Spielen bei Titelverteidiger Borussia Düsseldorf und bei Werder Bremen anders als erhofft gelaufen?

Nun, in Düsseldorf ist es sicherlich grundsätzlich immer schwer zu bestehen, aber auch in Bremen waren wir spielerisch nicht so schlecht. Ich habe da auch viel Positives gesehen.

Haben aber Daniel Habesohn oder Ovidiu Ionescu nach der EM in München nicht trotzdem auch mit Formdellen zu kämpfen gehabt?

Für beide waren die ersten Spiele insgesamt nicht so einfach. Man muss zunächst immer auch einmal die Stärke des Gegners anerkennen, aber der internationale Kalender ist schon eine große Belastung. Die Spieler haben insgesamt nur eine Woche Urlaub gehabt, da ist es doch auch menschlich, dass man mal einen Durchhänger hat und nicht Woche für Woche immer die maximale Leistung abliefern kann. Gerade auch wegen der Belastungen haben wir aufgrund der Operation von Irvin Bertrand noch Kim Taehyun aus Südkorea geholt, weil es mit nur drei Spielern zu riskant gewesen wäre.

Auf welchen Saisonverlauf setzen Sie?

Manche Teams dürften kaum zu schlagen sein, aber es wird in dieser Liga auch einige Überraschungen geben, wenn man nur bedenkt, dass der Pokalsieger und Vizemeister 1. FC Saarbrücken TT gegen den TTC Zugbrücke Grenzau verliert. Davon wird es noch einige geben, so dass der Tabellenvierte sicherlich nur mit einigen Minuspunkten in die Play-offs einziehen wird. Wir selbst werden wieder immer stärker werden, je länger die Saison dauert. Denn einerseits kann Irvin ab November oder Dezember wieder dabei sein kann, und andererseits sind wir durch unsere Erfahrungen im vorigen Jahr eine richtig zusammengeschweißte Truppe.

Kommt Ihnen der auch noch sieglose Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 im Montagsspiel in einem echten Kellerduell für den ersten Schritt zu einer solchen Entwicklung gerade recht?

Ich würde zwar zum jetzigen Zeitpunkt der Saison noch nicht von einem Kellerduell sprechen, aber wir sind sowieso vor allem in der Bringpflicht, weil es unser erstes Heimspiel in der neuen Saison ist. Wir hoffen wieder auf die Unterstützung unserer Fans wie im vorigen Jahr, doch selbst in einem solchen Hexenkessel wird ein Erfolg kein Selbstläufer, denn wie man so hört, soll Mainz in Bestbesetzung mit seinem Japaner Yuto Muramatsu antreten – und dann sind sie auch als Neuling ein absolut konkurrenzfähiger Erstligist.

Beitragsbild oben: Erik Schreyer (Foto: Christian Habel)