T2 DIAMOND: DAS IST DIE NEUE TURNIERSERIE



Mit T2 Diamond rufen der Weltverband ITTF und die asiatisch-pazifische Liga T2 APAC eine neue Turnierserie ins Leben. Das erste von drei Events startet am morgigen Donnerstag in Malaysia – und wartet mit interessanten Regeländerungen und satten Preisgeldern auf. Ihr habt noch nie von der T2-Diamond-Serie gehört? Kein Problem, wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Turnierserie.

Hugo Calderano

Hugo Calderano ist einer von vier Startern aus der TTBL. (Foto: ITTF)

Was steht überhaupt an?

Drei Turniere werden im Laufe des Jahres gespielt, ab Donnerstag zunächst in Malaysia (18. bis 21. Juli), anschließend in China (26. bis 29. September) und in Singapur (21. bis 24. November). Jeweils 16 Herren und Damen kämpfen dabei um die Plätze. Am Ende, nach dem Turnier in Singapur, entscheidet eine kombinierte Wertung über die beiden Gesamtsieger der Serie.

Mit welchen Regeln wird gespielt?

Die 2017 durchgeführte Liga T2 APAC sorgte mit zahlreichen Regeländerungen international für große Aufmerksamkeit. Einige von ihnen finden nun Einzug in die T2-Diamond-Serie. Während es in der T2-APAC-Liga das Ziel der Spieler war, innerhalb von 24 Minuten möglichst viele Sätze zu gewinnen, werden die T2-Diamond-Turniere im herkömmlichen „Best of Seven“-Modus ausgetragen. Anders ausgedrückt: Wer als erster vier Sätze gewonnen hat, gewinnt das Match.

Beibehalten wird dagegen das Sudden Death – der üblicherweise für den Satzgewinn benötigte Zwei-Punkte-Vorsprung ist nicht nötig. Ein Satz kann also 11:10 enden.

Falls innerhalb von 24 Minuten kein Spieler das Match zu seinen Gunsten entschieden hat, kommt es zum sogenannten Fast5: Alle weiteren Sätze werden nur noch bis fünf gespielt. Verkürzt sind zudem die Pausen: Zwischen Ballwechseln dürfen es maximal 15 Sekunden sein, zwischen den Sätzen 45 Sekunden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Gesamtdauer eines Spiels zu senken, diese besser kontrollieren und damit den Sport besser vermarkten zu können.

Ausgetragen werden die Turniere ab der ersten Runde, dem Achtelfinale, im K.-o.-Modus.

Welche Spieler sind dabei?

Für die T2-Diamond-Turniere qualifizieren sich die jeweils 15 besten Herren und Damen gemäß Rangliste der World Tour. Stichtag für das erste Turnier in Malaysia war der 3. Juni. Zudem darf der jeweilige Veranstaltungspartner zwei Wildcards vergeben an einen Spieler und eine Spielerin ihrer Wahl, die sich in den Top 50 der Weltrangliste befinden, aber über die World-Tour-Punkte nicht nominiert sind.

Für Malaysia war Timo Boll (Borussia Düsseldorf) per Wildcard nominiert worden, musste verletzungsbedingt aber absagen. Ihn ersetzt Simon Gauzy von den TTF Liebherr Ochsenhausen. Zudem starten mit Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Hugo Calderano (TTF Liebherr Ochsenhausen) und Mattias Falck (SV Werder Bremen) noch drei weitere aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL) bekannte Akteure. Die weiteren Starter bei den Herren sind Ma Long, Lin Gaoyuan, Xu Xin, Tomokazu Harimoto, Liang Jingkun, Fan Zhendong, Jun Mizutani, Wong Chun Ting, Lin Yun-Ju, Wang Chuqin, Koki Niwa und Dimitrij Ovtcharov. Bei den Frauen starten Wang Manyu, Chen Meng, Liu Shiwen, Zhu Yuling, Ding Ning, Mima Ito, Sun Yingsha, Feng Tianwei, Cheng I-Ching, Miu Hirano, Chen Szu-Yu, Doo Hoi Kem, Sofia Polcanova, Kasumi Ishikawa, Miyu Kato und Bernadette Szöcs.

Was gibt’s zu gewinnen?

Hohe Preisgelder locken: Eine halbe Millionen US-Dollar werden bei jedem der drei Turniere ausgeschüttet, insgesamt also 1,5 Millionen. Der jeweilige Sieger erhält dabei 100.000 US-Dollar, der Zweite 50.000, der Dritte 20.000, der Vierte 12.000, die Viertelfinal-Teilnehmer 7000 und die Achtelfinal-Teilnehmer 5000. Zudem gibt es Bonuspunkte für die Weltrangliste, wenngleich das Abschneiden bei den T2-Diamond-Turnieren nicht in die Liste der acht besten Turniere eines jeden Spielers in den vergangenen zwölf Monaten aufgenommen wird.

Und wie geht’s weiter?

Im kommenden Jahr soll die T2-Diamond-Serie erneut durchgeführt werden, dann voraussichtlich mit vier Turnieren. Mittelfristig soll sie als Wegbereiter für ein überarbeitetes Format der World Tour dienen, das 2021 eingeführt werden soll. Bei dieser Reform will die ITTF auf die unter anderem bei T2 Diamond gesammelten Erfahrungen zurückgreifen. Das Regelwerk nämlich dient der ITTF als Testballon, in welche Richtung sich der Tischtennis-Sport entwickeln kann. Weitere Modifizierungen der Regeln für die Turnierserie 2020 sind daher wahrscheinlich. Bereits im vergangenen Jahr sagte ITTF-Präsident Thomas Weikert: „Der Einsatz von T2 APAC, neue Wege zu finden, die unseren Sport voranbringen und ihn für aktuelle und zukünftige Fans relevant machen, ist vorbildlich und bemerkenswert.“

 

Hier geht’s zum Live-Steam der Spiele auf der Website der ITTF.

Beitragsfoto oben: T2 APAC