TEAM-EM: TTBL-STARS KÄMPFEN UM DEN TITEL



Vorhang auf für die Liebherr 2019 European Team Championships: Am Dienstag beginnt im französischen Nantes die Tischtennis-Europameisterschaft, die Stars der Szene kämpfen bis Sonntag um den kontinentalen Titel. Mit dabei sind zahlreiche Profis aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL), von denen gleich mehrere eine Medaille fest ins Visier genommen haben.

Dimitrij Ovtcharov

Dimitrij Ovtcharov zeigte sich bei den Czech Open in starker Form, nun soll in Nantes die Goldmedaille her. (Foto: ITTF)

An den Ambitionen lässt das deutsche Team keinen Zweifel. „Am Ende zählt für uns nur der Titel“, sagte Timo Boll wenige Tage vor Turnierbeginn. Der siebenfache Titelträger Deutschland schließlich dominiert insbesondere dank des Starspielers von Borussia Düsseldorf seit mehr als einem Jahrzehnt den Kontinent und geht nach dem Triumph 2017 als Titelverteidiger ins Rennen. Ihren Status als europäische Nummer eins untermauerten Boll und Co. zudem im Juni mit der Goldmedaille bei den European Games.

Die Konkurrenz aber kann sich sehen lassen bei der EM, schon in der Gruppenphase warten mit Tschechien und Russland zwei gefährliche Gegner auf die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes. Da sich nur die jeweiligen Sieger der acht Gruppen für das Viertelfinale qualifizieren, ist Stolpern verboten. Neben Boll besteht das deutsche Team aus den TTBL-Spielern Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt) und Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) sowie Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg). Gespielt wird im Modus „Best of Five“.

„Haben die härteste Gruppe erwischt“

„Russland hat ein starkes Team, Tschechien auch. Wir haben die härteste Gruppe erwischt“, sagte Ovtcharov über die Gegner in Gruppe A. In deren Aufgeboten übrigens finden sich mit Lubomir Jancarik (Post SV Mühlhausen) und Tomas Polansky (1. FC Saarbrücken TT), die beide für Tschechien spielen, sowie dem Russen Vladimir Sidorenko (TTF Liebherr Ochsenhausen) auch drei Akteure aus der TTBL. „Sie werden es uns nicht leicht machen. Wir müssen voll konzentriert sein“, ergänzte Ovtcharov. „Aber wir haben drei Topspieler und mit Ruwen und Benne zwei super Spieler dahinter.“

Doch auch andere Teams haben den Titel als Ziel ausgegeben, Schweden etwa. „Unsere Erwartung als an Nummer zwei gesetztes Team ist, natürlich, die Goldmedaille“, sagte Kristian Karlsson. „Wir wissen, dass Europa ein starker Kontinent ist, aber das ändert nichts an unserer Zielsetzung.“ 14-mal holte die schwedische Mannschaft bereits den EM-Titel und ist damit Rekordchampion, der jüngste Triumph liegt allerdings schon eine Weile zurück: 2002 siegten Jan-Ove Waldner, Peter Karlsson, Fredrik Hakansson und Jens Lundqvist in Zagreb, damals übrigens mit einem 3:2 im Finale gegen Deutschland. Auf dem Weg zu Titel Nummer 15 warten in Gruppe B ab dem morgigen Dienstag Ungarn und Rumänien. Karlsson tritt in Nantes unter anderen mit seinem Düsseldorfer Teamkameraden Anton Källberg und Mattias Falck vom SV Werder Bremen an. Insgesamt übrigens sind 29 Spieler aus der TTBL bei der Team-EM dabei.

Simon Gauzy

Simon Gauzy und der Gastgeber Frankreich stehen auf Platz drei der Setzliste. (Foto: ITTF)

Gauzy trifft mit Frankreich auf die Slowakei und Spanien

Auf Platz drei der Setzliste steht der Gastgeber: Angeführt von Simon Gauzy (TTF Liebherr Ochsenhausen), trifft Frankreich in Gruppe C auf die Slowakei und Spanien, das unter anderen Alvaro Robles (TTC Schwalbe Bergneustadt) ins Rennen schickt. Gruppe D wird angeführt von 2015er-Europameister Österreich, der mit den TTBL-Profis Stefan Fegerl (TTF Liebherr Ochsenhausen) und Daniel Habesohn (Post SV Mühlhausen) startet. Mit Dänemark und der Ukraine dürfte es einen spannenden Kampf um das Viertelfinal-Ticket geben.

Mit Darko Jorgic (1. FC Saarbrücken TT) und Deni Kozul (TTC indeland Jülich) peilt Slowenien den Sieg in Gruppe E an. Gegner sind Kroatien mit Tomislav Pucar (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) und Filip Zeljko (TSV Bad Königshofen) sowie die Niederlande mit Ewout Oostwouder (TTC indeland Jülich). In Gruppe F bekommt es Weißrussland mit Luxemburg und England – unter anderen mit Paul Drinkhall (TTC Schwalbe Bergneustadt) – zu tun, in Gruppe G spielen Polen, Belgien und Serbien. Tiago Apolonia vom TTC Neu-Ulm trifft mit der portugiesischen Auswahl in Gruppe H auf die Türkei und Griechenland, das Ioannis Sgouropoulos (TTC Zugbrücke Grenzau) ins Rennen schickt.

Wer die Spiele im Livestream verfolgen möchte, wird auf dem laola1.tv-Kanal der ETTU fündig. Dort sind die Partien anschließend auch on-demand verfügbar.

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Die Gruppenphase in der Übersicht

Gruppe A

Dienstag, 19 Uhr: Russland – Tschechien
Mittwoch, 16 Uhr: Deutschland – Tschechien
Donnerstag, 16 Uhr: Deutschland – Russland

Gruppe B

Dienstag, 13 Uhr: Rumänien – Ungarn
Mittwoch, 16 Uhr: Schweden – Ungarn
Donnerstag, 13 Uhr: Schweden – Rumänien

Gruppe C

Dienstag, 10 Uhr: Slowakei – Spanien
Mittwoch, 19 Uhr: Frankreich – Spanien
Donnerstag, 19 Uhr: Frankreich – Slowakei

Gruppe D

Dienstag, 19 Uhr: Dänemark – Ukraine
Mittwoch, 19 Uhr: Österreich – Ukraine
Donnerstag, 19 Uhr: Österreich – Dänemark

Gruppe E

Dienstag, 16 Uhr: Kroatien – Niederlande
Mittwoch, 13 Uhr: Slowenien – Niederlande
Donnerstag, 10 Uhr: Slowenien – Kroatien

Gruppe F

Dienstag, 16 Uhr: England – Luxemburg
Mittwoch, 13 Uhr: Weißrussland – Luxemburg
Donnerstag, 10 Uhr: Weißrussland – England

Gruppe G

Dienstag, 13 Uhr: Belgien – Serbien
Mittwoch, 10 Uhr: Polen – Serbien
Donnerstag, 13 Uhr: Polen – Belgien

Gruppe H

Dienstag, 10 Uhr: Portugal – Türkei
Mittwoch, 10 Uhr: Griechenland – Türkei
Donnerstag, 16 Uhr: Griechenland – Portugal

 

Beitragsfoto oben: ITTF