WM: MA LONGS DRITTER STREICH?



Ab Sonntag blickt die Tischtenniswelt eine Woche lang gespannt nach Budapest. Ungarns Hauptstadt ist vom 21. bis 28. April Schauplatz der diesjährigen Weltmeisterschaften im Einzel, Doppel und Mixed. Und natürlich kommen die Favoriten auf Edelmetall auch diesmal wieder aus China. Doch die Konkurrenz – darunter auch die Stars der Tischtennis Bundesliga (TTBL) – ist in Lauerstellung.

Dimitrij Ovtcharov

Wie weit kommt Timo Boll? (Foto: ITTF)

Ma Long, Ma Long und noch mal Ma Long? Chinas Superstar könnte bei den anstehenden Tischtennis-Weltmeisterschaften in Ungarns Hauptstadt Budapest (21. bis 28. April) nach 2015 und 2017 sein drittes Einzel-Gold in Folge gewinnen – und bewies zuletzt bei den Qatar Open eindrucksvoll, dass nach einer langen Verletzungspause mit ihm zu rechnen sein wird. Angeführt wird das Starterfeld allerdings vom Weltranglisten-Ersten Fan Zhendong, der seinen Landsmann Ma nach Bronze 2015 und Silber 2017 diesmal vom Thron stoßen will.

Japans Hoffnungen ruhen ein Jahr vor den Olympischen Spielen im eigenen Land auf Tomokazu Harimoto. Der erst 15-Jährige brach in den vergangen Jahren sämtliche Rekorde: Er ist nicht nur der jüngste Gewinner eines World-Tour-Turniers sowie der Grand Finals aller Zeiten, sondern war 2017 in Düsseldorf auch der jüngste Viertelfinalist der WM-Historie. In Budapest ist Harimoto an Position vier gesetzt, einen Platz vor Deutschlands Topstar Timo Boll (Düsseldorf), der mit gemischten Gefühlen ins Turnier geht. „Es läuft zurzeit nicht alles optimal“, so der 38-jährige Rekord-Europameister vor seiner insgesamt 19. WM. „Aber es gab schon viele Turniere, wo das Gefühl schlecht war, und die dann gut liefen. Von daher will ich auch nicht zu pessimistisch in die WM gehen.“

In absoluter Topform ist hingegen Patrick Franziska, in Budapest an Position 17 gesetzt. Mit Saarbrücken zog der 26-Jährige unlängst ins Liebherr TTBL-Finale ein und war mit vier 3:0-Erfolgen – darunter ein Sieg gegen Boll – der überragende Spieler im Halbfinale gegen Düsseldorf. Gut möglich also, dass Franziska in Budapest sein bisher bestes WM-Ergebnis (Viertelfinale 2015) toppen kann. Zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten zählt in Ungarn auch Ochsenhausens Hugo Calderano, der als Weltranglisten-Siebter in Budapest von eben dieser Position ins Rennen geht und in dieser Saison bereits Fan Zhendong schlagen konnte.

„Perfekte Harmonie“ zwischen Boll und Franziska

Boll/Franziska

Eingespieltes Duo: Timo Boll und Patrick Franziska (Foto: ITTF)

Auch im Doppel-Wettbewerb, der in Person von Xu Xin und Fan Zhendong 2017 ebenfalls an China ging, gibt es gleich mehrere Medaillenanwärter. Angeführt wird die Setzliste von den japanischen Vizeweltmeistern Masataka Morizono und Yuya Oshima, das beste europäische Duo bilden Düsseldorfs Schwede Kristian Karlsson und dessen Landsmann Mattias Falk, der künftig in Bremen spielt. Ein heißes Eisen hat Deutschland mit dem Gespann Boll/Franziska im Feuer, das bei den Qatar Open Silber gewann. „Die Harmonie zwischen den beiden ist perfekt“, findet Bundestrainer Jörg Roßkopf, der sein Spitzendoppel im engeren Favoritenkreis sieht. Das zweite deutsche Doppel bilden Bastian Steger (Bremen) und WM-Debütant Dang Qiu (Grünwettersbach), die sich ihren Startplatz im internen Qualifikationsturnier sichern konnten.

Im gemischten Doppel, dem einzigen Wettbewerb, den China 2017 nicht gewinnen konnte, ist Franziska an der Seite von Petrissa Solja für das Hauptfeld gesetzt, Qiu und Nina Mittelham müssen in die Qualifikation. Die Favoriten kommen mit den Titelverteidigern Maharu Yoshimura/Kasumi Ishikawa (Japan) sowie den chinesischen Kombinationen Xu Xin/Liu Shiwen und Fan Zhendong/Ding Ning jedoch aus Asien. Aus TTBL-Sicht greifen unter anderem Bergneustadts Alvaro Robles (mit Galia Dvorak), Ochsenhausens Jang Woojin (mit Choi Hyojoo) und Stefan Fegerl (mit Sofia Polcanova) ins Geschehen ein.

Weitere Informationen sowie einen Livestream von acht Tischen finden Sie auf den Seiten des Weltverbands ITTF (engl.).