WM-SPLITTER: DREI MEDAILLEN FÜR (ZUKÜNFTIGE) TTBL-STARS



In Budapest laufen die 55. Tischtennis-Weltmeisterschaften. Mit dabei: zahlreiche Stars der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Wir halten Sie mit Kurzmeldungen auf dem Laufenden.

28. April: Falck und Ionescu/Robles gewinnen Silber

Chinas Superstar Ma Long hat sich bei den 55. Weltmeisterschaften im ungarischen Budapest seinen dritten Einzel-Titel in Folge gesichert und seine Vormachtstellung im Welttischtennis damit eindrucksvoll untermauert. Der 30-Jährige besiegte am Sonntagnachmittag den Überraschungs-Finalisten Mattias Falck aus Schweden im Endspiel mit 4:1 (11:5, 11:7, 7:11, 11:9, 11:5). Der zukünftige Bremer Falck war der erste europäische Finalist seit 2003, als der Österreicher Werner Schlager den Titel gewann.

Waren Falck im Vorfeld des Endspiels lediglich äußerst geringe Chancen eingeräumt worden, so stellte der 27-Jährige den Titelverteidiger haushohen Favoriten nach zwei klaren Satzverlusten zum Auftakt zwischenzeitlich vor arge Probleme. Nachdem der dritte Durchgang mit 11:7 an den von Weltmeister Jörgen Persson trainierten Schweden ging, stand Falck im vierten Satz sogar kurz vor dem 2:2-Ausgleich. Eine 9:7-Führung seines Gegners konnte Ma jedoch zunächst ausgleichen und den Satz wenig später doch noch gewinnen. Falcks Widerstand war damit gebrochen, Ma Longs Weg zum Titel-Hattrick frei.

Am Tag zuvor hatten sich vor Falck bereits zwei aktuelle Profis aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL) mit Silber dekoriert. Mühlhausens Ovidiu Ionescu und Bergneustadts Alvaro Robles unterlagen im Finale der Doppel-Konkurrenz den übermächtigen Chinesen Ma Long und Wang Chuqin mit 1:4 (3:11, 11:8, 7:11, 3:11, 5:11), feierten allerdings dennoch den größten Erfolg ihrer Karriere.

Die aus TTBL-Sicht äußerst erfolgreiche WM rundet eine Bronzemedaille im Mixed-Wettbewerb ab. Dort stieß Patrick Franziska (Saarbrücken) an der Seite von Petrissa Solja bis ins Halbfinale vor.

Alle Ergebnisse finden auf den Seiten des Weltverbands ITTF.

26. April: Ionescu/Robles spielen um Gold

Ovidiu Ionescu (Mühlhausen) und Alvaro Robles (Bergneustadt) stehen sensationell im Doppel-Finale der Weltmeisterschaften im ungarischen Budapest. Das rumänisch-spanische Duo schlug am Abend die favorisierten Portugiesen Tiago Apolonia und Joao Monteiro in einem packenden Halbfinal-Thriller mit 4:3. Gegner im Finale am Samstagmittag (12 Uhr) ist das chinesische Top-Duo Ma Long/Wang Chuqin, das im Parallelspiel Liang Jingkun und Lin Gaoyuan (ebenfalls China) keine Siegchance ließ (4:0).

Nach einem guten Start in die Partie gerieten Ionescu/Robles zunächst ins Hintertreffen (1:2), konnten die Begegnung jedoch ihrerseits wieder drehen, ehe die Portugiesen noch einmal ausglichen und so den entscheidenden siebten Satz erzwangen. Dort sahen die früheren Saarbrücker Apolonia und Monteiro schon wie die sicheren Sieger aus und waren beim Stand von 8:4 nur noch drei Punkte vom Finaleinzug entfernt. Doch Ionescu und Robles kamen noch einmal zurück, machten sechs Punkte in Folge und entrissen den Portugiesen so den bereits sicher geglaubten Sieg. Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen.

Das galt am frühen Abend auch für den zukünftigen Bremer Mattias Falck, dessen famoser Lauf in Budapest kein Ende nehmen will. Im Viertelfinale schlug der Schwede den Franzosen Simon Gauzy (Ochsenhausen) überraschend deutlich mit 4:1 und spielt gegen den Sensations-Halbfinalisten An Jaehyun aus Südkorea am Samstagabend (18 Uhr) um den Finaleinzug. Im Parallelspiel stehen sich eine Stunde vorher Titelverteidiger Ma Long aus China und sein Landsmann Liang Jingkun gegenüber.

Im Mixed-Wettbewerb beendeten Patrick Franziska (Saarbrücken) und seine Partnerin Petrissa Solja das Turnier unterdessen mit der Bronzemedaille. Nach dem starken Auftritt gegen das japanische Duo Masataka Morizono/Mima Ito im Viertelfinale erwiesen sich eine Runde später deren Landsleute und Titelverteidiger Maharu Yoshimura/Kasumi Ishikawa als zu stark (1:4). Die Goldmedaille sicherten sich im Finale am Freitagmittag Xu Xin und Liu Shiwen aus China (4:1).

Alle Ergebnisse finden auf den Seiten des Weltverbands ITTF.

25. April: Boll muss absagen, Gauzy-Show geht weiter

Für Timo Boll (Düsseldorf) sind die Weltmeisterschaften im ungarischen Budapest zumindest im Einzel vorzeitig beendet. Wie der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) am Donnerstagmorgen in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hatte, musste der 38-Jährige sein Achtelfinal-Duell gegen den Südkoreaner Jang Woojin (Ochsenhausen) wegen Fieber absagen. Ob er im Doppel gemeinsam mit Patrick Franziska (Saarbrücken) an den Tisch gehen kann, sei noch offen. Dort stehen die beiden im Viertelfinale und träfen am Abend auf die Portugiesen Tiago Apolonia und Joao Monteiro.

Ochsenhausens Jang steht damit kampflos im Viertelfinale und trifft dort auf seinen Landsmann An Jaehyun, der völlig überraschend Japans Olympia-Hoffnung Tomokazu Harimoto aus dem Turnier warf. Ausgeschieden sind im Achtelfinale auch Fuldas Tomislav Pucar und Ochsenhausens Hugo Calderano. Während der Kroate, der in der Runde der besten 32 Dimitrij Ovtcharov ausgeschaltet hatte, am Mittag dem Japaner Koki Niwa trotz erneut guter Leistung mit 2:4 unterlag, musste sich Calderano nach gutem Start dem übermächtigen Titelverteidiger Ma Long aus China geschlagen geben (1:4).

In einem rein europäischen Viertelfinale stehen sich am Freitag Mattias Falck (bald Bremen) und Simon Gauzy (Ochsenhausen) gegenüber. Nach seinem sensationellen Erfolg gegen den Weltranglisten-Zweiten Xu Xin aus China ließ Gauzy im Achtelfinale dem slowakischen Abwehrspieler Wang Yang nicht den Hauch einer Chance. Nach einem glatten 11:0 im ersten Satz diktierte der Franzose das Spiel auch in den folgenden Durchgängen teilweise nach Belieben und zog völlig ungefährdet ins Viertelfinale ein. Der zukünftige Bremer Falck überzeugte mit einem am Ende souveränen 4:1-Erfolg gegen den Südkoreaner und Franziska-Bezwinger Lee Sangsu.

Im Doppel-Wettbewerb liegen gleich drei Doppel mit TTBL-Beteiligung auf Medaillenkurs. Neben Boll und Franziska steht auch das schwedische Top-Duo aus Mattias Falck und Kristian Karlsson (Düsseldorf) im Viertelfinale und trifft dort Mühlhausens Ovidiu Ionescu und Bergneustadts Alvaro Robles.

Sicher ist eine Medaille bereits für den im Einzel ausgeschiedenen Franziska. An der Seite von Petrissa Solja steht der 26-Jährige nach einem dramatischen Match gegen das japanische Gespann Masataka Morizono und Mima Ito im Halbfinale. Gegner dort sind heute Abend die japanischen Weltmeister Maharu Yoshimura und Kasumi Ishikawa.

Alle Ergebnisse finden auf den Seiten des Weltverbands ITTF.

23. April: Boll eine Runde weiter

Timo Boll (Düsseldorf) steht bei den Weltmeisterschaften in Budapest in der 2. Runde. Der 38-Jährige gewann am Nachmittag sein Auftaktmatch gegen den Kroaten Andrej Gacina mit 4:2 und trifft am Abend in der Runde der besten 64 auf den Slowaken Lubomir Pistej. Auch Bolls Doppelpartner Patrick Franziska ist eine Runde weiter. Saarbrückens Nummer eins setzte sich mit 4:0 gegen Lokalmatador Tamas Lakatos durch. Sein nächster Gegner ist Düsseldorfs Anton Källberg.

Vorbei ist das Turnier hingegen für den Debütanten Dang Qiu (Grünwettersbach), der seine Hauptrundenpartie gegen den Taiwanesen Lin Yun-Ju glatt mit 0:4 verlor. Zuvor war Qiu bereits im Doppel- und Mixed-Wettbewerb gescheitert. Auch Bastian Steger (Bremen) kam in Budapest nicht über die 1. Runde hinaus. Mit Fuldas Kroaten Tomislav Pucar lieferte sich der 37-Jährige ein enges Duell, musste sich jedoch im siebten Satz geschlagen geben. Düsseldorfs Kristian Karlsson hingegen konnte gegen den Schotten Gavin Rumgay knapp einer Blamage entgehen und trifft nach einem umkämpften 4:3-Erfolg nun auf den Polen Jakub Dyjas (Ochsenhausen), der gegen den Russen Alexander Shibaev gewann.

Spannend machte es auch Dyjas’ Teamkollege Hugo Calderano. Der Weltranglisten-Siebte hatte gegen den argentinischen Außenseiter Horacio Cifuentes zwischenzeitlich seine liebe Mühe, ehe er sich im sechsten Satz mit 11:1 durchsetzen konnte und es nun mit Kazuhiro Yoshimura zutun bekommt.

Ein Highlight wartet in der nächsten Runde auf den zukünftigen Grenzauer Kanak Jha (USA). Nach einem 4:1 gegen seinen kommenden Teamkollegen Mihai Bobocica (Italien) trifft der 18-Jährige am Abend auf Chinas Superstar und einen der Titelfavoriten Ma Long, der dem Routinier Aleksandar Karakasevic (Serbien) keine Chance ließ.

Eine echte Überraschung gelang dem Saarbrücker Tomas Polansky, der nach einem 1:3-Rückstand den Weltranglisten-30. Chen Chien-An aus Taiwan aus dem Turnier warf. Sein nächster Gegner ist der ehemalige Grünwettersbacher Publikumsliebling Masataka Morizono (Japan).

Alle Ergebnisse finden auf den Seiten des Weltverbands ITTF.

Beitragsbild oben: ITTF