ABSCHIED NACH ZWEI JAHREN: DER TTC INDELAND JÜLICH GEHT OPTIMISTISCH IN DIE ZUKUNFT



Nach zwei Jahren in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) steigt der TTC indeland Jülich zur kommenden Saison 2020/21 in die 2. Bundesliga ab. Trotz nur eines Sieges in dieser Zeit fällt das Fazit der Verantwortlichen positiv aus – und so mancher Standard soll mit in die kommende Spielzeit genommen werden.

Das Highlight in zwei Jahren Tischtennis Bundesliga (TTBL)? Ein Heimspiel in der Fremde: „Wahnsinn“ sei die Partie des TTC indeland Jülich gegen den 1. FC Saarbrücken TT gewesen, „einfach genial“. Das sagt Jülich-Präsident Mike Küven. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der SG Telgte hatte der TTC das Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken TT im vergangenen Oktober im Münsterland ausgetragen und wurde nicht enttäuscht. Eine Wahnsinnskulisse und eine ausverkaufte Telgter Dreifachhalle verzückten die Fans, die Spieler und nicht zuletzt den Präsidenten der Jülicher. Die 0:3-Niederlage war daher leicht zu verschmerzen.

Auf den ersten Blick wäre dagegen ein ganz anderes Ereignis ein naheliegendes Highlight gewesen: der Sieg gegen den TTC Zugbrücke Grenzau. Mit 3:0 hatte sich der TTC indeland Jülich im vergangenen November gegen die Westerwälder durchgesetzt und damit den ersten Sieg nach der Rückkehr in die TTBL gefeiert. Die Hoffnung im Abstiegskampf aber währte nur kurz. Am Ende der Runde nämlich war auch dieser Erfolg zu wenig. Nach der laufenden Saison, die am 30. Juni 2020 offiziell endet, steigt der Klub von der Rur in die 2. Bundesliga ab. „Natürlich war es schön, auch mal ein Spiel zu gewinnen“, erklärt Küven die Wahl seines Highlight-Moments. „Aber letztlich hat es uns sportlich nichts gebracht.“

Klein und Co. meist glücklos

Sportlich nämlich war die Konkurrenz meist eine Nummer zu groß, mindestens. 41 Spiele bestritt Jülich in den vergangenen zwei Spielzeiten in der TTBL, 40 davon gingen verloren – nur in besagtem Duell mit Grenzau gelang ein Sieg. Die Bilanzen der Spieler blieben entsprechend negativ. In der laufenden Saison blieben Robin Devos (6:17), Dennis Klein (2:14), Deni Kozul (4:18) und Ewout Oostwouder (1:8) meist glücklos, in der vergangenen waren es Devos (6:16) und Klein (2:16) sowie Martin Allegro (0:21), Muhammed Akar (0:2) und Dragos Olteanu (0:1) ebenfalls geblieben.

„Uns war klar, dass es insbesondere im ersten Jahr in der TTBL schwierig werden würde. Der Unterschied zur 2. Bundesliga ist schließlich riesig“, blickt Dennis Klein zurück. „Trotzdem waren und sind wir natürlich enttäuscht.“ Warum es nicht besser lief? „Uns fehlten einfach die finanziellen Möglichkeiten, um mit dem Rest der Liga mitzuhalten“, stellt Küven fest. Dass es trotzdem ein wenig besser hätte laufen können, glaubt Klein: „Wir haben gut trainiert und dann auch einige gute Spiele gezeigt – am Ende aber viel zu oft verloren“, sagt der 22-Jährige. „Irgendwann wird es dann eine Kopfsache.“ Gegen den TTC Neu-Ulm etwa lag Jülich im vergangenen November mit 2:0 vorne, unterlag letztlich aber 2:3. Bereits im Oktober hatte Deni Kozul mangelndes Selbstvertrauen infolge einer Abwärtsspirale für so manche Niederlage verantwortlich gemacht.

„Würde sofort wieder den Sprung wagen“

Trotz der sportlichen Unterlegenheit blickt Jülich durchaus zufrieden auf die Zeit in der TTBL. Vom Know-how der Liga habe der Verein stark profitiert, glaubt Präsident Küven, entsprechend soll so mancher Standard mit in die 2. Bundesliga genommen werden. Weiterhin etwa wolle der Verein alle Spiele im Live-Stream zeigen, nun eben mit Kameras an zwei Tischen. Die notwendige Technik dafür sei bereits aufgestellt und justiert.

Wirtschaftlich sei der TTC indeland zudem weiterhin solide aufgestellt, auf finanzielle Wagnisse wurde in den vergangenen zwei Jahren schließlich verzichtet. Die drei Säulen des Vereins, die Profis, die Amateure und die Jugend, funktionieren selbständig und seien gesund, sagt Küven. „Der ganze Verein und auch ich persönlich haben sehr viel gelernt, zudem war die Zusammenarbeit in der ganzen Liga einfach super“, bilanziert der Präsident. „Wenn sich die Möglichkeit ergibt und wir eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen können, werden wir sofort wieder den Sprung in die TTBL wagen.“