BORUSSIA DÜSSELDORF HOLT SICH DEN 26. MEISTERTITEL



Rekordmeister Borussia Düsseldorf hat das Finale der TTBL in der Frankfurter Fraport-Arena für sich entschieden. Vor 3500 Zuschauern setzten sich Timo Boll und Co in einem spannenden Duell mit 3:1 gegen den Hauptrunden-Sieger TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell durch.

Im Goldregen: Das Düsseldorfer Siegerteam. (Foto: Lau)

Im Goldregen: Das Düsseldorfer Siegerteam. (Foto: Lau)

Es war im wahrsten Sinn des Wortes ein heißes Duell. Denn bei Außentemperaturen um 30 Grad floss in der ehemaligen Ballsporthalle bei allen, und nicht nur bei den Akteuren, mächtig der Schweiß. „Ich wusste, dass es unter diesen Bedingungen besonders hart werden würde gegen Wang Xi“, erklärte Boll. Dennoch behielt der Rekord-Europameister aus Düsseldorf am Ende mit 3:2 die Oberhand gegen Fuldas Nummer eins und sorgte damit im vierten Match für die Entscheidung.

Zeigt die Siegerfaust: Timo Boll. (Foto: Lau)

Zeigt die Siegerfaust: Timo Boll. (Foto: Lau)

Es war eine hochklassige Partie mit spektakulären Ballwechseln, die sich die beiden Spitzenspieler lieferten. Mal war Boll, mal Wang Xi obenauf. „Das hätte auch anders ausgehen können“, erklärte der Sieger später, „aber ich war am Ende der Glücklichere.“
Fuldas Trainer Qing Yu Meng kommentierte: „Wang Xi hat stark gespielt, aber gegen Boll kann man nur mit 200 Prozent gewinnen.“ Der Maberzeller Abwehrspieler dazu: „Gegen Boll ist es immer schwierig, und ich war nicht immer mit dem Kopf ganz da.“

Knackpunkt war das Duell der beiden Patricks

Zuvor hatte der 33-jährige Boll im ersten Spiel des Tages bereits Ruwen Filus innerhalb von nur 20 Minuten mit 3:0 nach Hause geschickt. Wang Xi zog für Fulda nach, als er beim 0:3 gegen Sharath Kamal Achanta dem Inder ebenfalls keinen Satzgewinn erlaubte.

Das Duell der beiden Patricks. (Foto: Roscher)

Das Duell der beiden Patricks. (Foto: Roscher)

In dem Spiel danach sahen viele den Knackpunkt der Begegnung: Patrick Baum gegen Patrick Franziska, das Aufeinandertreffen der beiden Nationalspieler, die im nächsten Jahr die Plätze in ihren Vereinen tauschen. Nach verlorenem ersten Satz lief es im zweiten besser für den Fuldaer Franziska: Er holte einen 2:5-Rückstand auf und entschied diesen Abschnitt mit 12:10 für sich. Doch im dritten Durchgang konnte er daran nicht anknüpfen, ihm unterliefen gerade auf seiner sonst starken Rückhandseite zu viele Fehler, und er musste das Match mit 1:3 verloren geben.

„Beim nächsten Mal haben wir die Nase vorne“

Der Fuldaer Vereinsvorsitzende Stefan Frauenholz gratulierte erst mal dem Siegerteam, kündigte aber an: „Beim nächsten Mal haben wir die Nase vorne. Doch wir hatten trotzdem eine unglaubliche Saison.“ Franziska, der seine Enttäuschung nicht verbergen konnte, bedankte sich vor allem bei den etwa 1000 Fans aus der osthessischen Stadt: „Ihr seid Wahnsinn!“

Derweil feierten die Düsseldorfer und ließen noch auf dem Podest die Korken knallen. Trainer Danny Heister erklärte: „Entscheidend war heute die Aufstellung. Wir wollten die Spiele so haben. Patrick hat ein Riesenspiel gemacht, und auch Kamal war anfangs gut. Timo muss natürlich diese beiden Punkte machen. Aber ich möchte auch der Veranstaltung insgesamt ein Lob aussprechen. Das war hier alles super organisiert, und es herrschte eine Riesenstimmung.“

Das hörte TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle mit Freude: „Deshalb kommen wir so gerne nach Frankfurt. Aber wir können nur die Rahmenbedingungen schaffen, um großen Sport möglich zu machen. Deshalb gebe ich den Dank zurück.“

Die Spiele im Einzelnen:

Timo Boll – Ruwen Filus 3:0 (11:4, 11:3, 11:8)
Sharath Kamal Achanta – Wang Xi 0:3 (9:11, 6:11, 8:11)
Patrick Baum – Patrick Franziska 3:1 (11:5, 10:12, 11:4, 11:5)
Timo Boll – Wang Xi 3:2 (11:4, 8:11,11:9, 6:11,11:6)