GNANASEKARAN: „ÜBER MEINE ZUKUNFT IN DER TTBL IST NOCH NICHT ENTSCHIEDEN“



Mit dem ASV Grünwettersbach feierte Sathiyan Gnanasekaran überraschend den Coup im Liebherr Pokal-Finale, weitere Großtaten sollen folgen. Wir haben mit dem 27 Jahre alten Inder über den Pokaltriumph, seine Zukunft in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) und die Entwicklung der indischen Nationalmannschaft gesprochen.

Sathiyan Gnanasekaran

Mit seinem Sieg gegen Shang Kun sorgte Sathiyan Gnanasekaran für den perfekten Start des ASV Grünwettersbach in das Final Four 2020. (Foto: BeLa Sportfoto)

Der Pokalsieg mit dem ASV Grünwettersbach liegt inzwischen gut dreieinhalb Wochen zurück. Haben Sie schon richtig begriffen, was am 4. Januar geschehen ist?

Es war ein großartiger Triumph – für den Verein, für mich selbst und für alle ASV-Fans. Es ist ein wahrgewordener Traum, schließlich waren wir absoluter Außenseiter im Feld. Erstmals den deutschen Pokal zu gewinnen, war unglaublich. Dieser Moment wird für immer einen festen Platz in meinem Herzen haben.

Was war aus Ihrer Sicht der Schlüssel für die Siege gegen Saarbrücken und Ochsenhausen?

Es war ein absoluter Teamerfolg, alle Spieler haben richtig stark gespielt. Aber natürlich war in beiden Spielen der Triumph unseres Doppels Dang Qiu/Tobias Rasmussen entscheidend. Mein Erfolg gegen Shang Kun war möglicherweise ebenfalls sehr wichtig, da es das erste Spiel war und er uns großes Selbstvertrauen für den Rest des Turniers gegeben hat.

Wie haben Sie die Stimmung in der ratiopharm arena erlebt? Insbesondere die ASV-Fans waren ja kaum zu überhören …

Es war unglaublich! Die Stimmung war unvergesslich, an sie werde ich mich immer erinnern.

Ihr Vertrag in Grünwettersbach läuft nach dieser Saison aus. Wo sehen Sie Ihre Zukunft?

Der ASV ist wie eine Familie, es ist ein toller Verein. Aber es gibt zahlreiche internationale Events und zudem sportliche Verpflichtungen in Indien. Daher ist noch nicht entschieden, ob ich meine Karriere in der TTBL fortsetze, da ich zudem ein Angebot aus der japanischen T.LEAGUE vorliegen habe.

Wenn vom ASV die Rede ist, kommt schnell die Rede auf die familiäre Atmosphäre im Verein. Was schätzen Sie an Grünwettersbach am meisten?

Der Verein behandelt dich, als wärst du ein Familienmitglied. Alle sind sehr hilfsbereit und engagiert. Insbesondere die Energie der Fans ist fantastisch und macht es zu einem Vergnügen, für den ASV zu spielen.

In der Weltrangliste sind Sie in den vergangenen Jahren nach und nach geklettert. Wohin kann Ihre Entwicklung in der Zukunft noch gehen?

In der Tat bin ich nach und nach in der Rangliste geklettert. Mein Ziel ist es nun, innerhalb der kommenden zwei Jahre in die Top Ten vorzustoßen.

Sathiyan Gnanasekaran

Als 30. der Weltrangliste ist Sathiyan Gnanasekaran der derzeit der am höchsten eingestufte Inder. (Foto: ITTF)

Welche Fähigkeiten fehlen Ihnen noch zur absoluten Weltspitze?

Natürlich muss ich mein Können noch in vielen Bereichen verbessern, insbesondere an meinen Auf- und Rückschlägen möchte ich arbeiten sowie an meiner körperlichen Fitness, um mehr Kraft in meine Schläge legen zu können.

Mit Ultimate Table Tennis (UTT) gibt es in Ihrer Heimat Indien eine Liga, in der regelmäßig auch Spieler aus der TTBL mitwirken. Wie blicken Sie auf die Entwicklung und die Reichweite der Liga?

UTT gehört zu den besten Dingen, die dem indischen Tischtennis jemals passiert sind. Das zeigt nicht zuletzt das große Wachstum der Veranstaltung in den vergangenen drei Jahren. Durch die Teilnahme von zahlreichen Topspielern hat UTT Indien auf die Tischtennis-Landkarte gebracht, zudem bietet es den indischen Spielern tolle Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. UTT wird eine wichtige Rolle dabei spielen, das Niveau des indischen Tischtennis zu heben und zugleich die Popularität des Sports in Indien und sogar global steigern.

UTT verfolgt die Vision einer Olympischen Medaille für Indien im Jahr 2024. Wie sehen Sie den Tischtennis-Sport in Ihrer Heimat aufgestellt?

Indische Spieler sind inzwischen sowohl im Jugendbereich als auch bei den Herren und Damen bei internationalen Wettbewerben inzwischen regelmäßig vertreten und erfolgreich. Mit den richtigen Trainingsmethoden, viel Engagement und den nötigen Erfahrungen ist es auf jeden Fall möglich, das Ziel einer Olympischen Medaille 2024 zu erreichen.

 

Beitragsfoto oben: Sathiyan Gnanasekaran (Foto: BeLa Sportfoto)