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Mache mir über mein Alter keine Gedanken“

Mache mir über mein Alter keine Gedanken“

Bei der German Open in Berlin zeigte Vladimir Samsonov wie­der ein­mal, dass mit ihm auch im Alter von fast 40 Jahren immer noch zu rech­nen ist. Erst im Finale unter­lag der Weißrusse dem chi­ne­si­schen Weltranglistenersten Ma Long. Wie er es schafft, die­ses Niveau zu hal­ten und wel­che Ziele er noch hat, hat er uns nach dem Halbfinalsieg gegen Chuang Chih-Yuan verraten.

Vladimir Samsonov ist ein Phänomen. Nach dem ein­drucks­vol­len 4:1-Erfog im Halbfinale der German Open gegen den Taiwanesen Chuang Chih-Yuan nahm sich der schlak­sige Weißrusse zunächst minu­ten­lang Zeit für Autogramme, schoss see­len­ru­hig Fotos mit Fans und stand anschlie­ßend auch der Presse gedul­dig und gewohnt höf­lich Rede und Antwort.

Bei jeman­dem wie Samsonov, der schon in den Top 30 der Welt zu fin­den war, als viele sei­ner heu­ti­gen Gegner noch nicht mal einen Schläger hal­ten konn­ten oder gar gebo­ren waren, liegt die Frage nach sei­nem Alter nahe. Für Samsonov selbst aller­dings nicht: „Über mein Alter mache ich mir eigent­lich keine Gedanken. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, gerade erst ange­fan­gen zu haben“, so der 39-Jährige. „Ich spiele und spiele und spiele – und es läuft ein­fach. Nur manch­mal, wenn ich meine Kinder sehe, fällt mir auf, wie alt ich eigent­lich schon bin und wie lange ich schon auf die­sem hohen Niveau spiele.“

Familienglück in Spanien

Seine Söhne Victor (14) und Ivan (9) sieht er immer dann, wenn er in Spanien ist, wo Samsonov seit fast acht Jahren lebt. Seine Familie sei auch ein Teil sei­nes Erfolgsrezepts. „Ich habe immer noch gro­ßen Spaß am Tischtennis und das große Glück, dass mich meine Frau Natascha und meine Kinder dabei so sehr unter­stüt­zen.“ Er könne sich jeder­zeit dar­auf ver­las­sen, dass zu Hause alles in bes­ter Ordnung sei, wenn er unter­wegs ist.

Auch im Trikot von Fakel Gazproma Orenburg erfolgreich: Vladimir Samsonov (Foto: Orthen)

Auch im Trikot von Fakel Gazproma Orenburg erfolg­reich: Vladimir Samsonov (Foto: Orthen)

Der andere Teil ist Samsonovs Trainingskonzept: „In Spanien habe ich mit Vladimir Subin einen phan­tas­ti­schen Trainer, der gleich­zei­tig mein Freund und Sparringspartner ist. Auch er hat gro­ßen Anteil daran, dass ich immer noch auf die­sem Niveau spie­len kann.“ Und immer noch so erfolg­reich: Im Mai 2015 gewann der ehe­ma­lige Weltranglistenerste und Vize-Weltmeister von 1997 an der Seite von Dimitrij Ovtcharov mit Orenburg die Champions League, im Juni kehrte er mit Einzel-Silber von den European Games in Baku zurück – und schielt schon auf ein Großereignis im nächs­ten Jahr: „Mein Ziel ist auf jeden Fall noch die Einzel-Weltmeisterschaft 2017 in Düsseldorf, wo ich sehr lange gespielt habe. Vielleicht wird das mein letz­tes Turnier“, sagt er und fügt ver­schmitzt hinzu: „Vielleicht aber auch nicht.“

Keine Trainerkarriere

Und dann? Dem Tischtennissport wolle er auf jeden Fall treu blei­ben, als Trainer zu arbei­ten, komme für Samsonov aller­dings nicht in Frage. „Ich sehe mich ein­fach nicht als Trainer. Als Spieler kann man seine Emotionen gut her­aus­las­sen, aber wenn man nur auf der Bank sitzt, ist das schwer.“ Das Gefühl kenne er von Mannschaftswettbewerben. „Mit Teamkollegen mit­zu­fie­bern, kos­tet viel Energie und vor allem Nerven.“

Erst ein­mal denke er aber ohne­hin noch nicht ans Aufhören, dazu sei er ein­fach noch zu gut, auch wenn Samsonov selbst das so direkt nie aus­drü­cken würde. „So lange ich auf die­sem Niveau spie­len kann, möchte ich natür­lich wei­ter­ma­chen“, sagt er des­halb. Der rich­tige Zeitpunkt, auf­zu­hö­ren, sei erst dann gekom­men, „wenn ich merke, dass ich gegen die Topspieler nicht mehr gewin­nen kann“. Bei den German Open in Berlin klappte das jedoch noch ganz gut.

Autor: TTBL

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