SO LIEF DIE TTBL-SAISON BISLANG FÜR DIE TALENTE



Wer sind die Stars von morgen? In der Tischtennis Bundesliga (TTBL) sammeln auch in dieser Saison einige vielversprechende Talente Erfahrungen auf höchstem Niveau. Wir werfen einen Blick auf die Spieler, die zum Stichtag 1. Juli 2019 maximal 19 Jahre alt waren und im bisherigen Saisonverlauf mindestens einen Einsatz absolvierten.

An Jaehyun (*25.12.1999)

Lange musste der TTC Neu-Ulm auf An Jaehyun warten, das Ringen um den Königstransfer nämlich war ein mühsames. Im Juni hatte der Neuling der Tischtennis Bundesliga (TTBL) die Verpflichtung des WM-Dritten bekannt gegeben, der südkoreanische Verband allerdings erteilte die Freigabe erst im Oktober. Als er endlich da war, entpuppte sich An gleich als die erhoffte Verstärkung: In fünf Mannschaftskämpfen wurde der Südkoreaner als Nummer eins aufgeboten und entlastete damit Tiago Apolonia, von dessen Siegen sonst nahezu alles abhing bei Neu-Ulm.

Mit einer 5:4-Bilanz als Nummer eins hatte An großen Anteil an den Neu-Ulmer Erfolgen gegen Grenzau (3:0), Ochsenhausen (3:1) und Jülich (3:2); auf Position drei verbuchte er zudem eine Niederlage gegen Shang Kun (0:3) und einen Sieg gegen Filip Zeljko (3:1). Zu weiteren Einsätzen Ans in der TTBL wird es allerdings vorerst nicht kommen, auf Wunsch des südkoreanischen Verbandes fokussiert er nun die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele.

Kanak Jha

Kanak Jha absolviert derzeit seine Premierensaison in der TTBL. (Foto: Wolfgang Heil)

Kanak Jha (*19.06.2000)

Für Kanak Jha ist es bislang keine einfache Saison: Der US-Amerikaner bestreitet sein TTBL-Debütjahr beim TTC Zugbrücke Grenzau in einem runderneuten und stark verjüngten Team – und ist somit nicht nur sportlich gefragt, sondern bereits als Führungsfigur. Zumeist wurde Jha im bisherigen Saisonverlauf nämlich auf Position eins aufgeboten und damit in einer Rolle, an die er sich gewöhnen musste. Nur eine seiner ersten neun Partien, ein 3:2 gegen Anton Källberg, gewann der 19-Jährige.

Inzwischen aber findet sich Jha immer besser in der TTBL zurecht. Weitere Siege folgten gegen Alberto Miño (3:2), Jakub Dyjas (3:2), Omar Assar (3:1), Tomas Polansky (3:2) und Tomislav Pucar (3:0), so dass der Weltranligsten-27. aktuell bei einer 6:13-Bilanz steht. Aus dem Grenzauer Team ist Jha nicht mehr wegzudenken.

Ioannis Sgouropoulos (*08.05.2000)

Neben Kanak Jha gehört auch Ioannis Sgouropoulos zur Riege der Talente beim TTC Zugbrücke, der Grieche kam im Sommer vom schwedischen Klub Eslövs AI Bordtennis in den Westerwald. Mit dem Niveau in der TTBL tut sich Sgouropoulos allerdings bislang etwas schwerer als Jha: Meist auf Position zwei aufgeboten, bekam es der U21-Europameister mit einigen Top-Spielern zu tun, darunter Shang Kun, Wang Xi und Benedikt Duda (je 0:3). Die Formkurve aber weist nach oben: Nach sieben Niederlagen zu Beginn holte Sgouropoulos im Dezember seinen ersten Sieg, mit 3:1 besiegte er Mizuki Oikawa, zuletzt folgte ein 3:1 gegen Ruwen Filus. Aktuell steht der 19-Jährige bei einer 2:10-Bilanz.

Fan Bo Meng (*16.10.2000)

Auf die Verpflichtung eines Topspielers hatte der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell nach dem Verlust von Wang Xi verzichtet, um Eigengewächs Fan Bo Meng die Chance zu geben, möglichst viele Erfahrungen in der TTBL zu sammeln. Der Plan der Osthessen geht bislang auf: Mit dem Abstiegskampf haben sie trotz der jüngsten 0:3-Niederlage gegen Grenzau nichts zu tun, Meng kam in 17 von 18 Saisonspielen zum Einsatz. Dass der 19-Jährige dabei einen schweren Stand haben würde, hatten die Fuldaer Verantwortlichen einkalkuliert – auf Position zwei schließlich sieht er sich regelmäßig den Topspielern der Liga gegenüber.

Immerhin beim 3:2 in der Hinrunde gegen Anders Lind gelang Meng bislang ein Sieg, den möglichen zweiten verpasste er Anfang Januar knapp beim 2:3 gegen Tiago Apolonia durch ein 9:11 im Entscheidungssatz. Im Doppel holte er zudem zwei Erfolge mit Tomislav Pucar gegen Mizuki Oikawa/Filip Zeljko und Anton Källberg/Ricardo Walther (je 3:2). Von den Erfahrungen in der laufenden Saison soll Meng in der kommenden profitieren, in der er mit Ruwen Filus und Quadri Aruna erneut als feste Größe bei Fulda-Maberzell eingeplant ist.

Cristian Pletea (*28.05.2000)

Nachdem Cristian Pletea in der vergangenen Saison, seiner ersten im Trikot des 1. FC Saarbrücken TT, ausschließlich in den internationalen Wettbewerben zum Einsatz gekommen war, schlägt der Rumäne seit der laufenden Spielzeit auch in der TTBL auf. Pletea ist nach Darko Jorgic und Tomas Polansky, beide 21 Jahre alt, der dritte Youngster im Saarbrücker Team, die im Schatten von Patrick Franziska und Shang Kun reifen und in den kommenden Jahren Titel erobern sollen. Bei seinen bisherigen Einsätzen hat Pletea dabei durchaus zu gefallen gewusst: Gegen Danny Heister (3:0) und Robin Devos (3:2) fuhr er Siege ein, Niederlagen gab es gegen Tiago Apolonia (0:3), Mihai Bobocica (1:3) und Timo Boll (0:3). In der Champions League holte der 19-Jährige zudem einen 3:2-Erfolg gegen Vassily Lakeev vom Ping Pong Club Villeneuvois.

Vladimir Sidorenko

Vladimir Sidorenko überraschte zuletzt durch einen 3:2-Erfolg gegen Bastian Steger. (Foto: Nicolai Schaal)

Vladimir Sidorenko (*07.04.2002)

Vladimir Sidorenko zählt zwar zu den jüngsten Spielern in der TTBL, unter diesen allerdings bereits zu den erfahrensten. Der 17-Jährige von den TTF Liebherr Ochsenhausen ist fester Bestandteil der russischen Nationalmannschaft und blickt auf zahlreiche internationale Einsätze zurück, zudem spielt er derzeit seine bereits zweite Saison in der TTBL. Nachdem Sidorenko in der vergangenen Spielzeit, damals noch im Trikot des TTC Schwalbe Bergneustadt, vier Einsätze sammelte und jeweils unterlag, läuft es im zweiten Jahr bislang deutlich besser. Aktuell steht er bei einer 4:3-Bilanz und beeindruckte vor allem beim 3:2 gegen Bastian Steger. Die weiteren Siege holte Sidorenko gegen Fan Bo Meng und Dennis Klein. Mizuki Oikawa, Mattias Falck und An Jaehyun dagegen waren zu stark – noch.

Kay Stumper (*15.10.2002)

Der jüngste aller bislang in dieser Saison zum Einsatz gekommenen Spieler ist Kay Stumper. 16 Jahre alt war das Talent des TTC Neu-Ulm bei seinem ersten Einsatz am 10. September 2019, gegen Kirill Gerassimenko gab es eine 1:3-Niederlage. Zwar unterlag Stumper anschließend erwartungsgemäß auch gegen Daniel Habesohn, Ruwen Filus und Benedikt Duda (jeweils 0:3), dabei deutete er sein großes Talent allerdings immer wieder an. Weitere Einsätze folgen gewiss.

 

Beitragsfoto oben: Fan Bo Meng (Foto: Thomas Hildebrand)